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Bankomatgebühren: gegen das Drehen an der Gebührenschraube

Seit einiger Zeit verdichten sich die Gerüchte, dass die österreichischen Banken die Einführung von Gebühren für Bargeldabhebungen beim Bankomat einzuführen.

Die Raiffeisenlandesbank in Tirol tut es bereits.

Die BAWAG hat ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen so geändert, dass Eine Einführung, ihrer Meinung nach, rechtlich gedeckt wäre.

Andreas Ittner von der Nationalbank hat geraten über mögliche Bankomatgebühren nachzudenken.

Und nicht zuletzt gab es einen Zuruf von Fitch-Analysten, sie sehen die Einführung einer Bankomatgebühr als alternativlos an.

 

Die Banken haben aber, trotz Krise, nicht so schlecht verdient.

Es ist daher nicht akzeptabel, dass gerade bei den Bankomaten die Gebührenschraube ansetzt. Das Abheben von Bargeld wird gerade von älteren Leuten, die sich schwer mit Internetbanking tun immer noch als wichtige Basisdienstleistung der Banken gesehen.

 

Erschwert wurde das Abheben ohnehin schon durch die Ausdünnung der Bankomastandplätze. Das wird gerade für ältere Personen immer beschwerlicher.

 

Bisher war das österreichische System vorbildliche weil diese Basisdienstleistung unentgeltliche angeboten wurde. Die hat dann auch Konsequenzen für Abhebungen im EU-Ausland. Laut EU-Regelungen dürfen bei Abhebungen im EU-Ausland nur das gleich kosten wie im Inland. Für österreichische Kontoinhaber ist daher das Abheben im EU-Ausland unentgeltlich.

 

Was würde also eine Bankomatgebühr bedeuten?

Geplant ist ja, dass das Abheben am „eigenen“ bankeigenen Bankomat nichts kostet oder weniger. Die Abhebung von „fremden“ Bankomaten soll bezahlt werden.

Abgesehen von der finanziellen Belastung der Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das eine weitere Unübersichtlichkeit. Der Konsument, die Konsumentin muss sich dann immer genau überlegen an welchem Bankomat er oder sie abhebt.

 

Es kann nicht sein, dass die Konsumenten nun für die Managementfehler der Banken in der Vergangenheit zahlen müssen.

 

 

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Banken: 13,8 Mrd. Euro Zuschüsse, 12,4 Mrd. Gewinne

Die Finanzkrise, von der Finanzindustrie versuracht, ist auch nicht spurlos an den österreichischen Banken vorbeigegangen. Die Situation ist allerdings nicht ausschließlich durch die Lage auf den internationalen Finanzmärkten fremdbestimmt, sie ist auch hausgemacht, unter anderem durch das Engagement im Osten.

Der Industrielle Hannes Androsch meint: Wir sind zu sehr im Osten und Südosten engagiert, in einem gefährlichen Ausmaß.“

 

13,8 Milliarden Euro Zuschüsse netto seit 2009

Nach der Finanzkrise 2009 musste der österreichische Staat in einem nicht unerheblichen Maß einspringen um das Bankensystem nicht kollabieren zu lassen.

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Über die Aussage von Erste-Bank-Direktor Andreas Treichel, „dass das Bankepaket ein tolles Einnahmenprogramm für den Staat sei“, kann man sich daher nur wundern.

 

Es war eher ein tolles Einnahmeprogramm für die Aktionäre.

„Die Aktionäre und Eigentümer haben nichts zur Rettung der Banken beigetragen, im Gegenteil: Sie profitierten von den Kursgewinnen“ stellt die AK fest. Die Steigerung des Marktwertes der Ersten im ersten halben Jahr nach der Kapitalspritze hat 6,9 Mrd. Euro betragen ( AK-Pressekonferenz 22.6.2012).

Auf die riskanten Osteuropabeteiligungen hat das aber offenbar keine Einfluss gehabt.

„Am Verhalten der Banken hat das kaum was geändert: Selbst mit Staatsgeldern werden in Osteuropa neue Risken eingegangen“ , so AK-Direktor Muhm. Gemeint ist damit unter anderem de Kauf der Polbank durch die Raiffeisen International (RBI).

12,4 Milliarden Gewinne seit 2009

Seit 2000 haben die österreichischen Banken insgesamt 38,5 Mrd. Euro Gewinn gemacht. Und selbst in der schwierigeren Zeit nach der Finanzkrise, also von 2008 bis heute (2015) haben die österreichischen Banken insgesamt 14,3 Mrd. Euro an Gewinnen gemacht. Im Jahr 2015 machten die Gewinne 3,7 Mrd. Euro aus.

 

Jahresüberschüsse der Österreichischen Banken (Quelle: ÖNB)

 

2000 2.324,38
2001 2.688,16
2002 1.439,10
2003 2.146,22
2004 2.981,10
2005 3.879,15
2006 3.957,49
2007 4.786,87
2008 1.885,20
2009 43,24
2010 4.207,05
2011 1.194,63
2012 3.213,90
2013 −935,19
2014 −6.692,12
2015 3.720,10
 

 

 

Banken drehen an der Gebührenschraube

 Trotzdem beginnen die österreichischen Banken an der Gebührenschraube zu drehen.

Das laufende Bankenmonitoring der Arbeiterkammer von 12 Banken in Wien (Erhebungszeitpunkt Nov 2015 im Vergleich zu November 2014) über die Preise von 53 Dienstleistungen (Zahlungsverkehr, Sparen, Kredit, Wertpapiere) zeigt, dass drei Viertel der 12 Banken Preis- bzw. Entgelterhöhungen vorgenommen haben. Nur 3 Banken haben keine Preis- bzw. Entgelterhöhungen vorgenommen.

 

 

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Die erfolgreiche Bankenlobby in Brüssel #EU

Als hätte man es nicht ohnehin vermutet. 700 Unternehmen mit 1700 Bankenlobbyisten geben im Jahr 120 Millionen Euro aus um die Gesetzgebung in ihrem Interesse in Brüssel zu beeinflussen. Gewerkschaften, Verbraucherorganisationen und NGOs haben dem lediglich 150 Experten entgegenzusetzen

Das Ergebnis des Lobbyismus kann sich sehen lassen. Die halbherzigen politischen Reaktionen auf die Finanzkrise zeigt, dass die Lobby ihre Arbeit gut gemacht haben.

Eine Studie „The Fire Power of the Financial Lobby“   der Organisation Corporate Europe Observatory (CEO) gemeinsam mit der Arbeiterkammer und ÖGB hat die Situation durchleuchtet.

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3500 Banker holten ein Millionensalär

„Die Zahl der Einkommensmillionäre in europäischen Banken stieg letztes Jahr um über 10 Prozent. Am meisten Grossverdiener verzeichnete Grossbritannien.Weil die europäische Bankenaufsicht von den Grossbanken wissen will, wie viele Bankangestellte über 1 Million Euro verdienen, liegen nun aktuelle Daten der European Banking Authority EBA vor. Demnach kassierten letztes Jahr in Europa insgesamt 3529 Banker mindestens 1 Million Euro. Das waren elf Prozent mehr als noch 2011.“

„Für Österreich wurden 19 High-Earners im Investmentbanking genannt. Diese kassierten im Schnitt 1,7 Millionen Euro.“ 

Quelle: finews

http://www.finews.ch/news/banken/13827-banker-europa-eba-bonus-obergrenze-grossbritannien-deutschland

 

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Rückkehr der Bankster

Jakob Augstein berichtet in seiner Kolumne im SPIEGEL ONLINE über einen offenbar ziemlich arroganten Auftritt des Co-Chefs der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen.

Augsteins Résumé:

„Dabei ist es ganz einfach: Wenn eine Bank so groß ist, dass ihr Zusammenbruch unerträglich wäre – dann ist die Bank selber unerträglich. Ein Unternehmen, das in privaten Händen liegt, das aber im Notfall von der öffentlichen Hand aufgefangen werden muss, ist ein Unding. Es muss entweder in kleinere Teile zerschlagen werden – oder es muss in die öffentliche Hand übergehen und dort nicht nach dem Gewinnprinzip geführt werden, sondern wie eine Behörde. Das klingt ein bisschen langweilig. Und das soll es auch. Verstaatlichung – das wäre eine Lösung.“


Augstein-Kolumne: Rückkehr der Bankster – SPIEGEL ONLINE.

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Fünf Jahre Lehman und nichts gelernt

„In der Finanzpresse wird gerade das fünfjährige Jubiläum der Pleite von Lehman Brothers begangen.

 Den Politikern und den Aufsehern ist es nicht gelungen , das Finanzsystem, das uns die Probleme eingebrockt hat, so zu stabilisieren, dass ähnliche Krisen nicht noch einmal passieren können. Zwar sind einige Exzesse inzwischen beseitigt worden, die Banken sind besser kapitalisiert. Allerdings gibt es nach wie vor Entwicklungen und Strukturmerkmale im Banken- und Finanzsektor, die das System destabilisieren können.“

Die Zeit zeigt auf, wo es  schief gelaufen ist.

Fünf Jahre Lehman und nichts gelernt « Herdentrieb.

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Bankenrettung belastet weiterhin die öffentlichen Kassen

„Der Leitartikel des Economist vom 13. Juli legte den Finger auf eine der zentralen Schwachstellen der Eurozone: Europas Finanzsystem ist in einem schrecklichen Zustand, und es wird nicht viel dagegen unternommen. Diesem Befund ist im Wesentlichen zuzustimmen.“

Bruno Rossmann von der AK dazu:

Bitte warten! Bankenrettung belastet weiterhin die öffentlichen Kassen | Arbeit&Wirtschaft.

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