Archiv der Kategorie: Verbraucherpolitik

Preise für Güter des täglichen Bedarfs steigen stärker als VPI

Güter des täglichen Bedarfs (hauptsächlich Lebensmittel), abgebildet im Mikrowarenkorb, steigen stärker als der VPI. Gerade Pensionistinnen und Pensionisten mit einer niedrigen Pension sind vor allem auf diese Güter angewiesen und leiden daher stärker unter Preissteigerungen.

 

Vergleich Inflation: VPI und Mikrowarenkorb
 
    VPI Mikrowarenkorb
2016 August 0,6 1,6
  Sept 0,9 1,3
  Okt. 1,3 1,8
  Nov. 1,3 1,8
  Dez. 1,4 2,1
2017 Jänner 2,0 2,3
  Febr. 2,2 3,2
  März 1,9 2,7
  April 2,1 2,5
  Mei 1,9 3,2
  Juni 1,9 3,8
  Juli 2,0 2,5

 

 

täglicher bedrf

Quelle: Statistik Austria, APA

 

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Bankomatgebühren: gegen das Drehen an der Gebührenschraube

Seit einiger Zeit verdichten sich die Gerüchte, dass die österreichischen Banken die Einführung von Gebühren für Bargeldabhebungen beim Bankomat einzuführen.

Die Raiffeisenlandesbank in Tirol tut es bereits.

Die BAWAG hat ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen so geändert, dass Eine Einführung, ihrer Meinung nach, rechtlich gedeckt wäre.

Andreas Ittner von der Nationalbank hat geraten über mögliche Bankomatgebühren nachzudenken.

Und nicht zuletzt gab es einen Zuruf von Fitch-Analysten, sie sehen die Einführung einer Bankomatgebühr als alternativlos an.

 

Die Banken haben aber, trotz Krise, nicht so schlecht verdient.

Es ist daher nicht akzeptabel, dass gerade bei den Bankomaten die Gebührenschraube ansetzt. Das Abheben von Bargeld wird gerade von älteren Leuten, die sich schwer mit Internetbanking tun immer noch als wichtige Basisdienstleistung der Banken gesehen.

 

Erschwert wurde das Abheben ohnehin schon durch die Ausdünnung der Bankomastandplätze. Das wird gerade für ältere Personen immer beschwerlicher.

 

Bisher war das österreichische System vorbildliche weil diese Basisdienstleistung unentgeltliche angeboten wurde. Die hat dann auch Konsequenzen für Abhebungen im EU-Ausland. Laut EU-Regelungen dürfen bei Abhebungen im EU-Ausland nur das gleich kosten wie im Inland. Für österreichische Kontoinhaber ist daher das Abheben im EU-Ausland unentgeltlich.

 

Was würde also eine Bankomatgebühr bedeuten?

Geplant ist ja, dass das Abheben am „eigenen“ bankeigenen Bankomat nichts kostet oder weniger. Die Abhebung von „fremden“ Bankomaten soll bezahlt werden.

Abgesehen von der finanziellen Belastung der Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das eine weitere Unübersichtlichkeit. Der Konsument, die Konsumentin muss sich dann immer genau überlegen an welchem Bankomat er oder sie abhebt.

 

Es kann nicht sein, dass die Konsumenten nun für die Managementfehler der Banken in der Vergangenheit zahlen müssen.

 

 

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Banken: 13,8 Mrd. Euro Zuschüsse, 12,4 Mrd. Gewinne

Die Finanzkrise, von der Finanzindustrie versuracht, ist auch nicht spurlos an den österreichischen Banken vorbeigegangen. Die Situation ist allerdings nicht ausschließlich durch die Lage auf den internationalen Finanzmärkten fremdbestimmt, sie ist auch hausgemacht, unter anderem durch das Engagement im Osten.

Der Industrielle Hannes Androsch meint: Wir sind zu sehr im Osten und Südosten engagiert, in einem gefährlichen Ausmaß.“

 

13,8 Milliarden Euro Zuschüsse netto seit 2009

Nach der Finanzkrise 2009 musste der österreichische Staat in einem nicht unerheblichen Maß einspringen um das Bankensystem nicht kollabieren zu lassen.

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Über die Aussage von Erste-Bank-Direktor Andreas Treichel, „dass das Bankepaket ein tolles Einnahmenprogramm für den Staat sei“, kann man sich daher nur wundern.

 

Es war eher ein tolles Einnahmeprogramm für die Aktionäre.

„Die Aktionäre und Eigentümer haben nichts zur Rettung der Banken beigetragen, im Gegenteil: Sie profitierten von den Kursgewinnen“ stellt die AK fest. Die Steigerung des Marktwertes der Ersten im ersten halben Jahr nach der Kapitalspritze hat 6,9 Mrd. Euro betragen ( AK-Pressekonferenz 22.6.2012).

Auf die riskanten Osteuropabeteiligungen hat das aber offenbar keine Einfluss gehabt.

„Am Verhalten der Banken hat das kaum was geändert: Selbst mit Staatsgeldern werden in Osteuropa neue Risken eingegangen“ , so AK-Direktor Muhm. Gemeint ist damit unter anderem de Kauf der Polbank durch die Raiffeisen International (RBI).

12,4 Milliarden Gewinne seit 2009

Seit 2000 haben die österreichischen Banken insgesamt 38,5 Mrd. Euro Gewinn gemacht. Und selbst in der schwierigeren Zeit nach der Finanzkrise, also von 2008 bis heute (2015) haben die österreichischen Banken insgesamt 14,3 Mrd. Euro an Gewinnen gemacht. Im Jahr 2015 machten die Gewinne 3,7 Mrd. Euro aus.

 

Jahresüberschüsse der Österreichischen Banken (Quelle: ÖNB)

 

2000 2.324,38
2001 2.688,16
2002 1.439,10
2003 2.146,22
2004 2.981,10
2005 3.879,15
2006 3.957,49
2007 4.786,87
2008 1.885,20
2009 43,24
2010 4.207,05
2011 1.194,63
2012 3.213,90
2013 −935,19
2014 −6.692,12
2015 3.720,10
 

 

 

Banken drehen an der Gebührenschraube

 Trotzdem beginnen die österreichischen Banken an der Gebührenschraube zu drehen.

Das laufende Bankenmonitoring der Arbeiterkammer von 12 Banken in Wien (Erhebungszeitpunkt Nov 2015 im Vergleich zu November 2014) über die Preise von 53 Dienstleistungen (Zahlungsverkehr, Sparen, Kredit, Wertpapiere) zeigt, dass drei Viertel der 12 Banken Preis- bzw. Entgelterhöhungen vorgenommen haben. Nur 3 Banken haben keine Preis- bzw. Entgelterhöhungen vorgenommen.

 

 

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Bargeld ist nicht teuer

Die wirklichen Kosten von Zahlungssystemen

Pro Transaktion sind die Kosten gleich

Als Vorteile von bargeldlosen Zahlungssystemen wird häufig genannt, sie seien kostengünstiger als Bargeld.

„Bargeld ist teuer und ineffizient“, so der Chef der Deutschen Bank Cryan.

Eine Studie *) für Österreich versucht die volkswirtschaftlichen Kosten des Bargeldes und des bargeldlosen Zahlungsverkehrs zu beziffern. Das Bargeld kosten 1,166 Mrd. Euro pro Jahr, die Kosten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs ( Maestro Karte) werden mit 148 Mio. Euro beziffert.

 

Die volkswirtschaftlichen Kosten des Bargelds in Österreich imJahr 2013 (ohne Konsumenten):

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Die volkswirtschaftlichen Kosten des bargeldlosen Systems (Maestro-Debitkartensystems) in Österreich imJahr 2013 (ohne Konsumenten)

 

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Die Kosten für das Bargeld sind deshalb so hoch, weil auch die Verwendung sehr hoch ist: 2,9 Mrd. Transaktionen gibt es mit Bargeld, bargeldlos lediglich 378 Mio.

 

 

Pro Transaktion sind aber die Kosten gleich, nämlich ca. 0,4 Euro.

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Die volkswirtschaftlichen Kosten pro Transaktion in Österreich 2013

Bei Transaktionen unter 10 Euro ist Bargeld günstiger, über 10 Euro sind bargeldlose Zahlungen günstiger.

Ob diese Situation auch in Zukunft so bleiben wird, ist schwer zu sagen. Denkbar ist eine Zunahme der Kosten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs für Datensicherheit. Bei einer gänzlichen Abschaffung des Bargeldes ist auch zu erwarten, daß angesichts des dann herrschenden Monopols von bargeldlosen Systemen die Kosten noch steigen werden (Gebühren für Zahlungen und technische Ausrüstungen).

*) Hannes Abele, Guido Schäfer: Die Kosten des Bargelds in Österreich, Wien 2015

 

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Bargeldverbot ist volkswirtschaftlicher Unsinn

Negativzinsen statt Vermögenssteuern und progressive Einkommenssteuern

 

Die wohl wichtigste „hidden agenda“ der Befürworter des Bargeldverbotes ist aber die Möglichkeit Negativzinsen wirksam durchzusetzen.

Für die Finanzwirtschaft wäre es natürlich eine herrliche Möglichkeit. Heute zahlen die Banken bei der EZB teilweise Negativzinsen. Dies auf die Kunden zu überwälzen, wäre der Wunsch der Banken. In einer bargeldlosen Welt hätten die Konsumenten und Konsumentinnen keine Chance sich solchen Überlegungen zu entziehen. Sie könnten das Geld dann nicht vom Konto abziehen und das Bargeld als solchen verwahren

Die Negativzinsen führen zu höheren Kosten bei den Geschäftsbanken, die sie zur Zeit nicht ganz so leicht an die Kunden weitergeben können.

 

Bargeldverbot ist Verminderung der Ersparnisse der kleineren und mittleren Haushalte

 

Die Volkswirtschaften der Industriestaaten, vor allem Europas, kranken daran, dass es zu wenig Nachfrage gibt.

Der Staat „spart“

Auf der einen Seite regiert die Politik als „Schwäbische Hausfrau“, mit einer Austeritätspolitik die keine Staatsschulden zulässt. In Europa besonders verbreitet und auch in Österreich von einigen Parteien zelebriert. Die Staaten dürfen also keine Schulden machen.

 

Die Unternehmen „sparen“

Die Unternehmen nehmen auf der anderen Seite kaum Kredite auf um zu Investieren. Die Gewinne werden nicht in Maschinen oder ähnliches investiert, nein, die Unternehmen kaufen Anleihen, Aktion, sie beginnen zu spekulieren.

Die Haushalte sparen

Und die Haushalte sparen auch und geben das Geld nicht aus. Das kann sich dann nicht ausgehen.

 

Die Alternative um den Sparüberhang abzubauen, durch höhere Einkommenssteuern für die obersten Einkommensschichten oder überhaut durch wirksame Vermögenssteuern, die will man nicht ins Auge fassen, das würde ja die Reichen treffen. Dann schon lieber Negativzinsen, die vor allem die politisch schwächere unteren und mittleren privaten Haushalte trifft.

Daher Negativzinsen, um die Sparer dazu bringen ihr Geld nicht zu sparen, sondern auszugeben. Das geht aber nur, wenn sie nicht die Möglichkeit haben das Geld bar aufzuheben. „Die Zentralbanken könnten auf diese Weise leicht er Negativzinsen durchsetzen“ sagt Rogoff.

 

Was Vergessen wird (absichtlich)

Um die bargeldlose Welt für die Konsumente sicher zu machen muss es aber Insolvenzsicherheit geben (Rogoff:„ohne Bargeld hätten die Bürger ja nur noch das konkursgefährdete Bankengeld zur Verfügung“) und diese institutionell abgesichert werden, etwa „durch eine staatlich garantierte Bank, die nur im Zahlungsverkehr und den unmittelbar damit zusammenhängenden Bankdienstleistungen tätig ist“ und natürlich auf ein Recht auf ein Konto bei der Zentralbank.

 

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Neue Pensionsstudie der Hilfseliten der Versicherungswirtschaft

In Zusammenarbeit mit der Agenda Austria, der „Denkfabrik der Millionäre“ (Andrea Hodsochek) hat das australische Beratungsunternehmen Mercer (wieder) einmal festgestellt, dass das österreichische Pensionssystem zu wenig nachhaltig sei. Warum? Man darf raten: natürlich zu wenig private Altersvorsorge, zu wenig Kapitaldeckung. Als ob die letzten Jahre der Finanzkrise spurlos an den Autoren vorbeigegangen wären. Geschenkt, wenn die Hilfseliten der Versicherungswirtschaft ihre bezahlte Arbeit tun, soll sein. Bedauerlich ist aber, dass die sich selbst als Qualitätspresse bezeichneten Medien diesen Schwachsinn unkritisch abschreiben.

„Wie nicht anders zu erwarten hat auch die neue Fassung des MERCER Pensionsindex ergeben, dass die finanzielle Nachhaltigkeit des österreichischen Pensionssystems nicht gegeben ist. … Da Rankings beliebt sind, hier gleich das Ergebnis: 2015 liegt Österreich auf Platz 18 von 25, letztes Jahr auf Platz 17. Dieses Ergebnis wird medial inszeniert, ist aber für sich genommen nicht beunruhigend. Denn wenn man einen Blick in die Indexzusammensetzung wagt, wird man feststellen, dass er völlig ungeeignet ist, die Angemessenheit und Nachhaltigkeit eines Pensionssystems zu beurteilen.“

Die Arbeiterkammer und die GPA hat den Schwachsinn auseinandergenommen. (hier)

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Bargeld muss bleiben

Wird das Bargeld abgeschafft?

Seit einiger Zeit gibt es von prominenten Ökonomen den Vorschlag, die Länder mögen auf Bargeld verzichten und nur mehr bargeldlos zahlen. Zu den Befürwortern zählen der US-Ökonom und ehemaliger Chefökonom des internationalen Währungsfonds (IWF) Kenneth Rogoff.

Auch Larry Summers, früherer Chefökonom der Weltbank und unter Präsident Clinton Finanzminister, und der deutsch Ökonomieprofessor Peter Bofinger sprachen sich für die Abschaffung von Bargeld aus.

Erfreulicherweise hat sich inzwischen in Österreich der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank Ewald Nowotny („Ich teile diese Fantasien nicht“) gegen die Abschaffung des Bargeldes ausgesprochen. Auch das Vorstandsmitglied der deutschen Bundesbank Thile, führt Argumente gegen die Abschaffung des Bargeldes ins treffen. Und der deutsche Finanzminister Schäuble hat sich gleichfalls gegen die Abschaffung ausgesprochen:

„Ich finde, diese Entscheidung sollte jeder Bürger selbst treffen. Ich kenne die Argumente, aber es gibt eben auch eine Reihe von Argumenten, die für die Beibehaltung des Bargelds sprechen.“ 

Nichtsdestoweniger hält die Debatte an.

Die volkswirtschaftlichen Kosten

Als Vorteile von bargeldlosen Zahlungssystemen wird häufig genannt, sie seien kostengünstiger als Bargeld.

Eine Studie *) für Österreich versucht die volkswirtschaftlichen Kosten des Bargeldes und des bargeldlosen Zahlungsverkehrs zu beziffern. Das Bargeld kosten 1,166

Mrd. Euro pro Jahr, die Kosten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs ( Maestro Karte) werden mit 148 Mio. Euro beziffert.

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Die Kosten für das Bargeld sind deshalb so hoch, weil auch die Verwendung sehr hoch ist: 2,9 Mrd. Transaktionen gibt es mit Bargeld, bargeldlos lediglich 378 Mio.

Pro Transaktion sind aber die Kosten gleich, nämlich ca. 0,4 Euro.

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Bei Transaktionen unter 10 Euro ist Bargeld günstiger, über 10 Euro sind bargeldlose Zahlungen günstiger.

Ob diese Situation auch in Zukunft so bleiben wird ist schwer zu sagen. Denkbar ist eine Zunahme der Kosten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs für Datensicherheit. Bei einer gänzlichen Abschaffung des Bargeldes wäre denkbar, daß angesichts des dann herrschenden Monopols von bargeldlosen Systemen die Kosten noch steigen werden (Gebühren für Zahlungen und technische Ausrüstungen).

Aus Konsumentensicht

Neben den volkswirtschaftlichen Kosten sind natürlich die Auswirkungen auf die Konsumenten und Konsumentinnen von Bedeutung. Von einer Senkung der volkswirtschaftlichen Kosten haben die Konsumenten wenig, wenn diese Kostensenkung nicht an sie weitergegeben werden, wie dies beispielsweise bei den Überziehungszinsen de Fall ist.

Zur Zeit stellt sich die Situation so dar:

  • Für das Bargeld spricht die Zeitersparnis an der Kassa ( Point of Sale POS). Ein Bezahlvorgang an der Kassa mit Bargeld dauert im Durchschnitte 25,75 Sekundgen, bargeldlos dauert er länger, nämlich 32,7 Sekunden.
  • Anderseits braucht die Abhebung des Bargeldes bei der Bank oder beim Bankomaten Zeit (Geschätzte 10 Minuten für Zusatzwege und Abhebungsvorgang). Allerdings haben die Banken durch Filialschließungen und Ausdünnung der Bankomatdichte das ihre dazu beigetragen um die zeitliche Belastung der Konsumenten und Konsumentinnen zu erhöhen.
  • Darüberhinaus ist Bargeld nicht nur ein Zahlungsmittel, es ist auch ein Wertaufbewahrungsmittel das möglicherweise in Zeiten von Nullzinsen wieder Bedeutung erlangt, zumindest bei niedrigeren Beträgen.
  • Insgesamt haben gut die Hälfte der Erwachsenen eine ausgeprägte Bargeldpräferenz.

Ältere und Personen mit geringem Einkommen nutzen Bargeld am meisten

Präferenzen für die Bezahlung mit Bargeld nach Altersgruppe. Anteil jener, die immer oder am liebsten mit Bargeld bezahlen (in Prozenten)
15 bis 29 Jahre 66
30 bis 39 37
40 bis 49 40
50 bis 59 52
Über 60 61

 

 

 

Präferenzen für die Bezahlung mit Bargeld nach Einkommen. Anteil jener, die immer oder am liebsten mit Bargeld bezahlen (in Prozenten)
Bis 1800 Euro 67
1800 bis 2250 73
2250 bis 3000 39
Über 3000 40

 

 

Das Argument Steuerflucht, Drogenkriminalität, Terrorismusbekämpfung 

Als Argument für die Einführung von bargeldlosen Systemen wird auch die Betrugs- und Terrorismusbekämpfung genannt.

Es ist allerdings fraglich, ob sich Kriminalität durch ein Bargeldverbot bekämpfen und verhindern lässt. Die Terroristen von 9/11 haben Kreditkarten verwendet. Kriminelle Elemente werden relativ schnell alternative Möglichkeiten finden und auf andere Zahlungsmittel ausweiche etwa auf Dollar, Edelmetalle (Gold) oder ähnliches.

Beschränkungen der Verwendung des Bargeldes gibt’s bereits in einigen Ländern

Dänemark

Dänemark plant einen Gesetzesentwurf nach dem kleinere Geschäfte nicht mehr verpflichtet sind, Bargeld anzunehmen

Griechenland

In Griechenland ist es seit 2013 gesetzlich verboten Transaktionen über mehr als 500 Euro bar abzuwickeln. Überlegungen diese Grenze zu senken gibt es bereits.

Italien

Seit 2012 ist es verboten Beträge über 1000 Euro in Bargeld zu begleichen

Frankreich

Bisher ein Grenze von 3000 Euro, in Zukunft ( September 2015) 1000 Euro

 

Datenschutz und Freiheit

Aufgrund des verstärkten Internethandels und aufgrund der immer häufiger verwendeten bargeldlosen Zahlungsmittel legt heute schon jeder Konsument, jede Konsumentin eine Datenspur. Nicht alle sind damit einverstanden. Zur Zeit kann man sich der Schnüffelei entziehen, wenn man bar zahlt. In Zukunft wird das dann nicht mehr möglich sein. Es gibt dann keinen Ausweg mehr. Jede Transaktion ist dokumentiert.

 

Technische Pannen

Klar müsste auch sein, dass jedes, zumal elektronische, technische System fehlergeneigt ist. Der Ausfall von elektronischen Zahlungssystemen kann dann für die Kunden sehr unangenehm sein. Ein Zahlungssystem, das auf zwei Beinen steht ist da viel sicherer und fehlertoleranter.

Die Möglichkeit der Sperrung von Zahlfunktionen kommt noch dazu (beispielsweise die Einstellung von Überweisungen an Wikileaks durch zwei große Kartengesellschaften).

 

Die wirtschaftlichen Argumente

Negativzinsen

Für die Finanzwirtschaft wäre es natürlich eine herrliche Möglichkeit Negativzinsen wirksam durchzusetzten. Heute zahlen die Banken bei der EZB teilweise Negativzinsen. Dies auf die Kunden zu überwälzen, wäre der Wunsch der Banken. In einer bargeldlosen Welt hätten die Konsumenten und Konsumentinnen keine Chance sich solchen Überlegungen zu entziehen. Sie könnten das Geld dann nicht vom Konto abziehen und das Bargeld als solchen verwahren. „Die Zentralbanken könnten auf diese Weise leicht er Negativzinsen durchsetzen“ sagt Rogoff.

Bank Run

Besonders in Krisenzeiten hätte eine bargeldlosen Zahlungssystem zweifellos den Vorteil einen sogenannte Bank-Run (Ansturm auf die Bank) zu verhindern. Einen Bank-Run gibt es dann, wenn die Sparer verunsichert sind, etwa weil sie glauben, dass eine Bank kracht, und sie daher versuchen alles Geld abzuheben – mit dem Ergebnis, dass dann die Bank tatsächlich kracht. Mit einer vernünftigen Einlagensicherung sollten die Befürchtungen abgewendet werden können.

Schlussfolgerungen 

  • Die generelle Abschaffung des Bargeldes ist abzulehnen. Gerade Pensionisten und Pensionistinnen nutzen häufig Bargeld wollen Bargeld auch in Zukunft nutzen.
  • Das Bargeld muss beibehalten werden.
  • Jeder Konsument, jede Konsumentin soll entscheiden können wie er oder sie bezahlen möchte. Die Wahlmöglichkeit muss sichergestellt werden.
  • Neuere Zahlungstechnologien, wie etwa das berührungslose Zahlen ( Near Field Communication, NFC) werden sicher das Angebot des bargeldlosen Zahlens attraktiver machen.
  • „Versuche durch Regulierungen den Gebrauch von Bargeld zu beschränken, z.B. durch das Verbot von Bargeldzahlungen größerer Beträge, wie von der OECD betrieben, stoßen vielfach auf Ablehnung. Es gibt somit begründete Meinungen, dass Bargeld auch in Zukunft eine wichtige Zahlungstechnologie darstellen wird.“ (Abele/Schäfer)

*) Hannes Abele, Guido Schäfer: Die Kosten des Bargelds in Österreich, Wien 2015

 

 

 

 

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