Archiv der Kategorie: Ökonomie

„Erdrückende Steuerlast“

„Erdrückende Steuerlast“ , so heißt es im FPÖ-Wirtschaftsprogramm, führt dazu, dass Österreich „abgesandelt“ ist. Und auch die ÖVP sieht es genau so.

Schaut man sich die Entwicklung der letzten 20 Jahre an, so sieht man allerdings nichts davon. Die Steuer- und Abgabenquote ist seit 20 Jahren konstant. Der Staat raubt also die Bevölkerung nicht aus. Zumindest nicht mehr als vor 20 Jahren.

 

 

 

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Österreich verbessert sich, Deutschland verschlechtert sich

Heute wieder einmal die übliche österreichische Selbstbeschädigung. Österreich fällt hinter Deutschland zurück, so heißt es.

Nun: wieso dann das häufig von den Neokonservativen zitierte World Economic Forum Österreich auf aufsteigendem Ast und Deutschland auf absteigendem Ast sieht , verstehe wer wolle.

Sogar das Wirtschaftsministerium hebt die Erfolge vor:

„Österreich verbessert sich insgesamt von Rang 23 (von 140) auf Rang 19 (von 138). (Österreich hat damit Frankreich, Australien und Luxemburg überholt); dabei ist die Wettbewerbsfähigkeit bei 5,2 Scorepunkten gleich geblieben

Österreich 2016/2017 in EU auf Rang 8 (2015/16 Rang 10)“

Ich persönlich halte ja nicht sehr viel von solchen Rankings. Aber wenn man sie immer dazu verwendet um Österreich mies zummachen, muss man auch die gegenteilige Entwicklung akzeptieren. Oder das Spiel mit den doofen Rankings aufgeben. Das werden sie aber nicht tun. Es ist bequem und die Medien fahren drauf ab. Und irgendwas wird schon hängenbleiben. Bedauerlich, dass die Österreichischen Eliten darauf reinfallen. Aber das ist ein anderes Kapitel.

wef

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Preise für Güter des täglichen Bedarfs steigen stärker als VPI

Güter des täglichen Bedarfs (hauptsächlich Lebensmittel), abgebildet im Mikrowarenkorb, steigen stärker als der VPI. Gerade Pensionistinnen und Pensionisten mit einer niedrigen Pension sind vor allem auf diese Güter angewiesen und leiden daher stärker unter Preissteigerungen.

 

Vergleich Inflation: VPI und Mikrowarenkorb
 
    VPI Mikrowarenkorb
2016 August 0,6 1,6
  Sept 0,9 1,3
  Okt. 1,3 1,8
  Nov. 1,3 1,8
  Dez. 1,4 2,1
2017 Jänner 2,0 2,3
  Febr. 2,2 3,2
  März 1,9 2,7
  April 2,1 2,5
  Mei 1,9 3,2
  Juni 1,9 3,8
  Juli 2,0 2,5

 

 

täglicher bedrf

Quelle: Statistik Austria, APA

 

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Die Balkanisierung der Insel

Der irische Ökonom David MacWilliams hat 2015 (!) diese Video produziert.

Er hat die Balkanisierung der Insel prognostiziert.

Zum Brexit sagt er:

 It is the symptom, not the cause and is the consequence of fundamental problems like inequality, disenfranchisement and a seething popular resentment with the status quo. It’s a yellow card, not a red.

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Warum Wahlen schädlich sind. Brexit, Versailles und Merkel die Zockerin

Der Satz ist nicht so ernst gemeint. Eigentlich: warum es keine Staatsmänner mehr gibt, sondern offenbar nur mehr politische Hasardeure, Innenpolitik schlägt Außenpolitik

 

Cameron und Johnson 2016

Brexit hat es gezeigt. Ein Luftikus von Premierminister, der denkt, mit einer, wie er geglaubt hat, gewonnenen Volksabstimmung über Brexit kann er sein politisches Überleben bei den nächsten Wahlen absichern. Ein noch größerer Luftikus, der glaubt, mit einem Austritt UK aus der EU wird er Premierminister. Das sind Beispiele, dass es offenbar keine Staatsmänner mehr gibt, sondern nur mehr politischen Spekulanten.

 

Das ist allerdings nicht neu.

 

Lloyd George 1918

1918 war es die Unterhauswahl, die den britischen Premierminister Lloyd George, in den selbstprovozierten Strudel eines Populismus gegen Deutschland hinein zog.

 

In Versailles wurden das Nachkriegseuropa neu geregelt  und es ging um die Reparationszahlungen, die Deutschland zu zahlen hat. Die USA, England und Frankreich, die Sieger des ersten Weltkriegs forderten von Deutschland und Österreich Reparationszahlungen, also Entschädigungen, für die Schäden des Krieges. Ein üblicher Vorgang nach Kriegen, dass die Sieger vom Besiegten was verlangen. Die Siegermächte und vor allem Großbritannien hatten aber maßlos übertrieben und verlangten von Deutschland Zahlungen, die , so die Meinung von Keynes (er war in der Delegation des britischen Schatzamtes ), von Deutschland und Österreich nicht zu schaffen sind. Keynes zog die persönlichen Konsequenzen und verließ die Verhandlungen.

 

Merkel 2010

2010 war es die Regionalwahl in Nordrhein-Westfalen, die Bundeskanzlerin Merkel zu gewinnen glaubte, wenn sie als „eiserne Lady“ auftritt und der Stimmung gegen eine rasche (und damit effektive ) Hilfe für Griechenland  widersetzt. Europa hat, unter der Führung Deutschlands die Situation durch eine zögerliche, kurzsichtige Politik vermasselt. Die Kanzlerin hat sich verzockt.

 

„ Vielleicht ist es eine geschichtliche Wahrheit, dass keine Gesellschaftsklasse jemals anders als durch eigen Hand umkommt.“ meint Keynes.

 

 

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EU: Elitenversagen am Beispiel TTIP und Austerity

Der deutsche Elitenforscher Michael Hartmann benennt im Zusammenhang mit Brexit die Probleme der EU. Er ortet ein Versagen der Eliten.

Er beschreibt das am Beispiel von TTIP:

„Sie versuchen nicht wirklich, die Bevölkerung in Entscheidungen einzubinden, (…), wenn Sie sich CETA und TTIP angucken, wie die EU-Kommission oder alle entscheiden Gremien der EU agieren.“

Und am Beispiel der Austerity Politik:

„Und das zweite ist die Austeriätspolitik, die nun seit etlichen Jahren betrieben wird – also die schwäbische Hausfrau – vor allem von der deutschen Regierung vorangetrieben, aber eben auch mit Unterstützung anderer Regierungen, die für zumindest große Teile der südeuropäischen Bevölkerung eine drastische Verschlechterung ihrer Lebenssituation beinhalten.“ 

Das Resümee:

„Wenn man sich die Geschichte der EU ansieht, und gerade die zurückliegenden 10, 20 Jahre, dann würde ich sagen, wenn man die schuld zuweisen müsste, dann eher den Eliten.“

 

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Unternehmer sagen: Reich wird man eher übers Erben als über Leistung

Eine aktuelle Auswertung der Vermögensstudie der Österreichischen Nationalbank zeigt, daß  Unternehmer der Ansicht sind, daß man eher übers Erben reich wird als über Leistung.

Hilde Weiss und Juli Hoffmann haben  die Erhebungsdaten der Vermögensstudie der Nationalbank gesondert ausgewertet und  Einstellungen zum Reichtum nach Klassenlage beschrieben.

Besonders interessant ist die Einstellung von Unternehmern ( Kategorie: Manager/Unternehmer/ selbständige Landwirte)

Bildschirmfoto 2016-06-23 um 09.49.33

Bemerkenswert ist auch, daß 69 Prozent der Unternehmer die Meinung haben:  „zu großer Reichtum einiger weniger führt zu Problemen in der Gesellschaft“

 

Bildschirmfoto 2016-06-23 um 10.17.31

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