Archiv der Kategorie: Ökonomie

Die Balkanisierung der Insel

Der irische Ökonom David MacWilliams hat 2015 (!) diese Video produziert.

Er hat die Balkanisierung der Insel prognostiziert.

Zum Brexit sagt er:

 It is the symptom, not the cause and is the consequence of fundamental problems like inequality, disenfranchisement and a seething popular resentment with the status quo. It’s a yellow card, not a red.

Ein Kommentar

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Warum Wahlen schädlich sind. Brexit, Versailles und Merkel die Zockerin

Der Satz ist nicht so ernst gemeint. Eigentlich: warum es keine Staatsmänner mehr gibt, sondern offenbar nur mehr politische Hasardeure, Innenpolitik schlägt Außenpolitik

 

Cameron und Johnson 2016

Brexit hat es gezeigt. Ein Luftikus von Premierminister, der denkt, mit einer, wie er geglaubt hat, gewonnenen Volksabstimmung über Brexit kann er sein politisches Überleben bei den nächsten Wahlen absichern. Ein noch größerer Luftikus, der glaubt, mit einem Austritt UK aus der EU wird er Premierminister. Das sind Beispiele, dass es offenbar keine Staatsmänner mehr gibt, sondern nur mehr politischen Spekulanten.

 

Das ist allerdings nicht neu.

 

Lloyd George 1918

1918 war es die Unterhauswahl, die den britischen Premierminister Lloyd George, in den selbstprovozierten Strudel eines Populismus gegen Deutschland hinein zog.

 

In Versailles wurden das Nachkriegseuropa neu geregelt  und es ging um die Reparationszahlungen, die Deutschland zu zahlen hat. Die USA, England und Frankreich, die Sieger des ersten Weltkriegs forderten von Deutschland und Österreich Reparationszahlungen, also Entschädigungen, für die Schäden des Krieges. Ein üblicher Vorgang nach Kriegen, dass die Sieger vom Besiegten was verlangen. Die Siegermächte und vor allem Großbritannien hatten aber maßlos übertrieben und verlangten von Deutschland Zahlungen, die , so die Meinung von Keynes (er war in der Delegation des britischen Schatzamtes ), von Deutschland und Österreich nicht zu schaffen sind. Keynes zog die persönlichen Konsequenzen und verließ die Verhandlungen.

 

Merkel 2010

2010 war es die Regionalwahl in Nordrhein-Westfalen, die Bundeskanzlerin Merkel zu gewinnen glaubte, wenn sie als „eiserne Lady“ auftritt und der Stimmung gegen eine rasche (und damit effektive ) Hilfe für Griechenland  widersetzt. Europa hat, unter der Führung Deutschlands die Situation durch eine zögerliche, kurzsichtige Politik vermasselt. Die Kanzlerin hat sich verzockt.

 

„ Vielleicht ist es eine geschichtliche Wahrheit, dass keine Gesellschaftsklasse jemals anders als durch eigen Hand umkommt.“ meint Keynes.

 

 

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EU: Elitenversagen am Beispiel TTIP und Austerity

Der deutsche Elitenforscher Michael Hartmann benennt im Zusammenhang mit Brexit die Probleme der EU. Er ortet ein Versagen der Eliten.

Er beschreibt das am Beispiel von TTIP:

„Sie versuchen nicht wirklich, die Bevölkerung in Entscheidungen einzubinden, (…), wenn Sie sich CETA und TTIP angucken, wie die EU-Kommission oder alle entscheiden Gremien der EU agieren.“

Und am Beispiel der Austerity Politik:

„Und das zweite ist die Austeriätspolitik, die nun seit etlichen Jahren betrieben wird – also die schwäbische Hausfrau – vor allem von der deutschen Regierung vorangetrieben, aber eben auch mit Unterstützung anderer Regierungen, die für zumindest große Teile der südeuropäischen Bevölkerung eine drastische Verschlechterung ihrer Lebenssituation beinhalten.“ 

Das Resümee:

„Wenn man sich die Geschichte der EU ansieht, und gerade die zurückliegenden 10, 20 Jahre, dann würde ich sagen, wenn man die schuld zuweisen müsste, dann eher den Eliten.“

 

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Unternehmer sagen: Reich wird man eher übers Erben als über Leistung

Eine aktuelle Auswertung der Vermögensstudie der Österreichischen Nationalbank zeigt, daß  Unternehmer der Ansicht sind, daß man eher übers Erben reich wird als über Leistung.

Hilde Weiss und Juli Hoffmann haben  die Erhebungsdaten der Vermögensstudie der Nationalbank gesondert ausgewertet und  Einstellungen zum Reichtum nach Klassenlage beschrieben.

Besonders interessant ist die Einstellung von Unternehmern ( Kategorie: Manager/Unternehmer/ selbständige Landwirte)

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Bemerkenswert ist auch, daß 69 Prozent der Unternehmer die Meinung haben:  „zu großer Reichtum einiger weniger führt zu Problemen in der Gesellschaft“

 

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Brexit: „So go before you wreck everything“

 

Nicht dass man sich den Brexit wünschen würde, aber Michel Rocard hat schon vor zwei Jahren gemeint, dass das ewige herumgemosere der Briten ein Ende haben muss. Eine ziemliche Abrechnung mit der britischen Politik was Europa betrifft hat   Rocard 2014 publiziert.

„So go before you wreck everything.

There was a time when being British was synonymous with elegance. Let us rebuild Europe. Regain your elegance and you will regain our esteem.“

 

Eine ausgezeichnete Beschreibung der Stimmungslage auf der Insel liefert Robert Rotifer in der Wiener Zeitung. Er zeigt die Absurditäten und Widersprüche der Debatte.

Kurt Bayer berschreibt die möglichen Auswirkungen eines Brexit auf Österreich und was getan werden sollte. Er meint dass die wirtschaftlichen Auswirkungen vernachlässigter sind, die politischen jedoch erheblich sein können: ein antieuropäischer Rechtsruck.

Im übrigen hoffe ich, dass England Europameister wird.

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Wettbewerbsfähigkeit: Österreich Juhu. Deutschland abgesandelt. Der Schwachsinn internationale Vergleiche

 Über die abgesandelten Eliten

„Alles was Geld kostet, egal was es den Bürgern bringt, ist schlecht.“

Alle Jahre wieder, im Mai, wird in einem internationalen Vergleich des IMD die Wettbewerbsfähigkeit von Staaten gereiht. Das gibt immer eine kräftige  Aufruhr. Von den Qualitätszeitungen ( Selbstdefinition), wenig kompetenten Politikern, der Lumpenburgeoisie  bis zu den akademischen Wutbürgern auf Twitter und natürlich die „Agenda Austria“ , sie alle arbeiten sich am Unsinn ab. Waren es im Vorjahr natürlich dass „abgesandelte „Österreich, aber auch  die abgesandelte Schweiz und das abgesandelte Deutschland das Thema, so sind heute die Ergebnisse für Österreich und die Schweiz besser. Sie sind aufgestiegen im Ranking.

Das vielgerühmte Vorbild Deutschland ist aber aus den Top 10 gerutscht.

 Was heißt das?  Gar nichts. Wollen wir das nicht zu ernst nehmen.

Garbage in, Garbage out, sagt man im Englischen. Wenn man Mist reinsteckt, dann kommt  Mist raus. Und so ist die „Studie“ zu sehen.

Norbert Häring hat den versammelten Unsinn schon letztes Jahr auseinandergenommen. Häring schreibt für das deutsche „Handelsblatt“, gewiss kein Hort des Linksradikalismus.

„Die vielen Indikatoren, die das Institut auf undurchsichtige Weise zusammengewichtet, haben jedoch überhaupt nicht den Wohlstand der Menschen gemessen. Hohe Löhne: schlecht, Staatsausgaben: schlecht; alles was Geld kostet, egal was es den Bürgern bringt, ist schlecht.“

„Es geht also nur um den Gewinn der Unternehmen

Da fangen die Indikatoren schon langsam an Sinn zu machen und konsistent zu wirken. Jetzt muss man sich nur noch fragen, ob das wirklich immer so nachhaltig positiv auf die Gewinne ausstrahlt, wenn man den Staat so schlank macht, dass er keine vernünftige Infrastruktur mehr aufrechterhalten kann und keine gutes Bildungssystem finanzieren, oder wenn er es mit der Deregulierung so weit treibt, dass kriminelle Machenschaften von Managern und die Ausplünderung der ihnen anvertrauten Unternehmen gang und gäbe werden.“

Was das IMD-Wettbewerbsfähigkeitsranking über die Agenda der Euro-Eliten verrät – norberthaering.de.

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Wahnsinn: Unter Schüssel geringstes Wachstum und zweithöchste Arbeitslosigkeit ;) Sinnlosigkeit von schlechten Vergleichen

 

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So kann man es  sehen. Schüssl schmiert da im Vergleich zu den sozialdemokratischen Kanzlern ab.  Grün ist Wachstum, blau ist Arbeitslosenquote

So sieht es die Agenda Austria.

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Beide Darstellungen sind natürlich Schwachsinn.

Ich wage aus dieser Grafik nicht die Behauptung, dass die Wirtschaftspolitik von Schüsse schlechter als die von Vranitzky war. Ich bin zwar dieser Meinung, Aus den Tabellen kann ich es aber nicht erschließen.

Eine seriöse Beurteilung von Regierungschefs sollte doch differenzierter vorgehen. Aber das ist ja nicht die Aufgabe von Propagandainstituten der Unternehmen. („Denkfabrik der Millionäre“, Kurier)

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