USA: Stimmenmehrheiten bei den Demokraten

Präsidentenwahl 2016:

Mehrheit für Demokraten

Trump wurde Präsident. Stimmen hatte jedoch  Clinton eindeutig mehr. Der Vorsprung betrug 2,8 Millionen Stimmen. Nicht das erste mal in der US-Geschichte ist ein Kandidat Präsident geworden, der nicht die Mehrheit der Stimmen hinter sich hatte. Das US-Wahlsystem machst möglich.

Senat 2018:

Mehrheit für Demokraten

45,6 Mio. für Demokraten

33,3 Mio. für Republikaner

 

House 2018

Mehrheit für Demokraten

51,2  Mio. für Demokraten

47,1  Mio. für Republikaner

Governors 2018

Mehrheit für Demokraten

41  Mio. für Demokraten

40,3 Mio. für Republikaner

Die Quelle für die Mid-Term-Ergebnisse ist die NYT (Stand 7.11.2018 19:55)

Ein Kommentar

  1. Wenn schon „Zentralorgan der Aufklärung“, dann bitte ganz:
    Das amerikanische Wahlsystem verfolgt nach seinen Schöpfern, von denen einige (zB Jefferson, Hamilton) zu den Säulenheiligen der Aufklärung gehören, das Ziel, den ländlichen Gebieten Amerikas (damals: den Pionieren der Migration und damit der Vertreibung der Indianer) mehr Gewicht zu geben als den Städten, in denen sich schon damals viele gestrandete Neuankömmlinge und Arbeitslose versammelt hatten. Daher wurde penibel darauf geachtet, den vorwiegend ländlichen Bundesstaaten auch bei den Präsidentenwahlen Vorteile zu verschaffen, indem die Zahl der gewählten Wahlmänner dort höher ist, als es der Zahl der Wähler entspricht. Dass man dort viel weniger Stimmen braucht, um gewählt zu werden, als in den bevölkerungsreichen Küstenstaaten (damals nur Osten), ist also kein Zufall, sondern Teil des amerikanischen Bundesstaatsverständnisses. Daher hat auch der Senat ein solches Gewicht in der Politik. Der Senat ist ausdrücklich dafür eingerichtet, damit die kleinen Staaten nicht von den bevölkerungsreichen Staaten dominiert werden können. Jeder Staat entsendet 2 Senatoren – Wyoming mit 585 000 Einwohnern ebenso wie Kalifornien mit 39 Millionen Einwohnern. Dass bei Senatswahlen die bundesweite Verteilung der Stimmen überhaupt nichts aussagen kann, liegt auf der Hand. In den meisten Bundesstaaten ist das bei der Wahl des Vertretungskörpers der Bundesländer (zB Bundesrat in Österreich oder Deutschland) ebenso. Dass diese Bundesräte dort nicht das gleiche Gewicht haben wie in den USA, hängt mit der Intensität der föderalen Struktur zusammen und nicht mit irgendwelchen Machenschaften dunkler Kräfte, damit Trump Präsident werden konnte oder bleibt. Ob man dieses System (ebenso wie das Mehrheitswahlrecht) als „gut“ oder „böse“ einordnet, ist Geschmackssache.
    Wenn man dieses Wahlsystem in den USA ändern wollte, bedürfte es einer Gesamtreform der von der Aufklärung inspirierten Verfassung. Viel Spaß dabei!
    Dieses kaum veränderbare Faktum des amerikanischen Wahlsystems kannten vor der Kandidatur Hillary Clintons auch die Demokraten, und sie stellten sich darauf ein. Die große Zahl demokratischer Präsidenten beweist das, auch die beiden Wahlsiege Barrack Obamas. Erst die superintellektuelle Hillary ließ es zu, dass in ihrem Wahlkampf in den entscheidenden „Swing-States“ wie Ohio und Pennsylvania Kampagnen von Trump sehr leicht Fuß fassen konnten. Vielleicht hat sie sich gedacht „Der Trottel hat eh keine Chance“. Irrtümer kommen in den gescheitesten Zirkeln vor, sieht man wieder einmal.
    Oder Putin ist an allem schuld.

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