Bitcoin und Anarchokapitalismus

Bitcoin und Ökonomie

 

Über die Eigenschaft von Bitcoin als Spekulationsobjekt ist schon viel gesagt worden. Hinter den Bitcoins steckt kein realer Wert, ähnlich wie hinter den Tulpenzwiebeln, die 1637 zu einer Spekulationsblase plus das Platzen derselben geführt hat. Bei einer solche Spekulationsblase trifft es halt dann die Letzten, die zu spät verkauft haben („Greater Fool Theorie“).

Aus diesem Grund ist Bitcoin auch nicht als Währung zu bezeichnen. Erstens ist es als Tauschmittel ungeeignet, angesichts der Schwankungen ist unzuverlässig (allenfalls in begrenzten Märkten, insbesondere Drogen- und Waffenhandel und Terrorismus). Darüberhinaus sind die Transaktionskosten erheblich, keineswegs billiger als im normalen (elektronischen)Bankensystem.

Bitcoin sind auch auch schwerlich als Wertaufbewahrungsmittel zu sehen, zu volatil ist diese „Währung“.

Drittens sind Bitcoin als Währung mit dem gleichen Mangel behafte wie Gold. Sie sind begrenzt und damit ungeeignet eine wachsende Wirtschaftet zu finanzieren. Nicht umsonst ist man nach und nach von der Goldbindung von Währungen abgekommen, spätestens seit Bretton Woods. Eine begrenze Geldmenge würde zu einer permanenten Deflation führen.

„Tatsächlich ist Bitcoin eine archaische Währung wie es auch Gold einst war. (…) John Maynard Keynes nannte den Goldstandard ein ‚barbarisches Relikt’“ (de Grauwe)

Auf die möglichen Unsicherheiten von IT-basierten Technologien (Programmierfehler, Hacking) soll nur am Rande hingewiesen werden. Einige Hackings hat es schon gegeben.

Noch wenig untersucht sind die ökonomischen Machtverhältnisse, die sich hinter Bitcoin und anderen Kryptowährungen verstecken. Wenige Unternehmen stehen hinter Bitcoin.

 

Die ideologischen Hintergründe: Feindbild Staat

 

Viel interessanter als diese ökonomischen Aspekte sind die polit-ökonomischen Hintergründe.

Bitcoin (oder Kryptowährungen generell) werden als einer der Wege gesehen vom Staat unabhängig zu werden. Der Staat, die Regierungen, die in die Freiheit der Individuen eingreifen, sind unerwünscht, ja verhasst. Dieses Gedankengut, das im Staat das Böse sieht, ist eine der Triebkräfte von Kryptowährungen.

Die Staatsfeindlichkeit findet in der kalifornischen Silicon-Valley-Ideologie und im libertären Bereich fröhliche Urstände: man braucht keine Regierung mehr, keinen Staat. Die Unternehmen werden die Probleme der Zukunft lösen. Sie brauchen dafür aber viel, viel mehr Freiheit. Einiges nachzulesen im Manifest „Dark Enlightement“ von Nick Land.

„In his final treatise on economics, titled „The Denationalisation of Money“ Fredrick Von Hayek wrote about his idea of what a world with ‘Free Money’ would look like. He believe that money that if money was independent of nation-states (like BTC) that it could fundamentally change the world for the better, and liberate people from the oppression and tyranny of the monopoly on money.“ (Quelle: hier)

Einiges zum Thema Anarchokapitalismus, Libertaries, Libertarismus, aber auch altright etc hier, hier ,und hier .

 

Wettbewerb der Währungen: gegen den Staat

Hayek wie immer dabei 

Sie knüpfen damit an eine Tradition von liberalen, heute würde man sagen neoliberalen Ökonomen an, die einen Wettbewerb der Währungen propagieren. Die beste Währung möge sich durchsetzen.

Naturgemäß finden wir auch hier wieder Friedrich August von Hayek in vorderster Reihe. Das staatliche Geldmonopol ist unerwünscht. („Denationalisation of Money“, 1976)

Ziel ist die gänzliche Abschaffung des staatlichen Währungsmonopols und die Geldschaffung durch Private (Banken oder Dritte), die im Wettbewerb miteinander stehen.

Ob das, außer in Nischen, funktionieren kann ist mehr als bestritten.

Vor den Zeiten der Zentralbanksystems, haben die Geschäftsbanken eigene Banknoten ausgaben (Free Banking im 19. Jahrhundert). Wegen zu hoher Kosten wurde das System ad acta gelegt.

Ob Kryptowährungen eine sinnvolle Alternative zum Zentralbanksystem zu sehen sind ,darüber sind sich die Ökonomen einig. Nämlich Nein.

Immerhin wittern die Hayekiander Morgenluft und haben sich jüngst in einer Veranstaltung mit Kryptogeld auseinandergesetzt.

(„Parallelwährungen als Alternative zum staatlichen Währungsmonopol“)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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