Monatsarchiv: Juni 2016

Warum Wahlen schädlich sind. Brexit, Versailles und Merkel die Zockerin

Der Satz ist nicht so ernst gemeint. Eigentlich: warum es keine Staatsmänner mehr gibt, sondern offenbar nur mehr politische Hasardeure, Innenpolitik schlägt Außenpolitik

 

Cameron und Johnson 2016

Brexit hat es gezeigt. Ein Luftikus von Premierminister, der denkt, mit einer, wie er geglaubt hat, gewonnenen Volksabstimmung über Brexit kann er sein politisches Überleben bei den nächsten Wahlen absichern. Ein noch größerer Luftikus, der glaubt, mit einem Austritt UK aus der EU wird er Premierminister. Das sind Beispiele, dass es offenbar keine Staatsmänner mehr gibt, sondern nur mehr politischen Spekulanten.

 

Das ist allerdings nicht neu.

 

Lloyd George 1918

1918 war es die Unterhauswahl, die den britischen Premierminister Lloyd George, in den selbstprovozierten Strudel eines Populismus gegen Deutschland hinein zog.

 

In Versailles wurden das Nachkriegseuropa neu geregelt  und es ging um die Reparationszahlungen, die Deutschland zu zahlen hat. Die USA, England und Frankreich, die Sieger des ersten Weltkriegs forderten von Deutschland und Österreich Reparationszahlungen, also Entschädigungen, für die Schäden des Krieges. Ein üblicher Vorgang nach Kriegen, dass die Sieger vom Besiegten was verlangen. Die Siegermächte und vor allem Großbritannien hatten aber maßlos übertrieben und verlangten von Deutschland Zahlungen, die , so die Meinung von Keynes (er war in der Delegation des britischen Schatzamtes ), von Deutschland und Österreich nicht zu schaffen sind. Keynes zog die persönlichen Konsequenzen und verließ die Verhandlungen.

 

Merkel 2010

2010 war es die Regionalwahl in Nordrhein-Westfalen, die Bundeskanzlerin Merkel zu gewinnen glaubte, wenn sie als „eiserne Lady“ auftritt und der Stimmung gegen eine rasche (und damit effektive ) Hilfe für Griechenland  widersetzt. Europa hat, unter der Führung Deutschlands die Situation durch eine zögerliche, kurzsichtige Politik vermasselt. Die Kanzlerin hat sich verzockt.

 

„ Vielleicht ist es eine geschichtliche Wahrheit, dass keine Gesellschaftsklasse jemals anders als durch eigen Hand umkommt.“ meint Keynes.

 

 

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EU: Elitenversagen am Beispiel TTIP und Austerity

Der deutsche Elitenforscher Michael Hartmann benennt im Zusammenhang mit Brexit die Probleme der EU. Er ortet ein Versagen der Eliten.

Er beschreibt das am Beispiel von TTIP:

„Sie versuchen nicht wirklich, die Bevölkerung in Entscheidungen einzubinden, (…), wenn Sie sich CETA und TTIP angucken, wie die EU-Kommission oder alle entscheiden Gremien der EU agieren.“

Und am Beispiel der Austerity Politik:

„Und das zweite ist die Austeriätspolitik, die nun seit etlichen Jahren betrieben wird – also die schwäbische Hausfrau – vor allem von der deutschen Regierung vorangetrieben, aber eben auch mit Unterstützung anderer Regierungen, die für zumindest große Teile der südeuropäischen Bevölkerung eine drastische Verschlechterung ihrer Lebenssituation beinhalten.“ 

Das Resümee:

„Wenn man sich die Geschichte der EU ansieht, und gerade die zurückliegenden 10, 20 Jahre, dann würde ich sagen, wenn man die schuld zuweisen müsste, dann eher den Eliten.“

 

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Unternehmer sagen: Reich wird man eher übers Erben als über Leistung

Eine aktuelle Auswertung der Vermögensstudie der Österreichischen Nationalbank zeigt, daß  Unternehmer der Ansicht sind, daß man eher übers Erben reich wird als über Leistung.

Hilde Weiss und Juli Hoffmann haben  die Erhebungsdaten der Vermögensstudie der Nationalbank gesondert ausgewertet und  Einstellungen zum Reichtum nach Klassenlage beschrieben.

Besonders interessant ist die Einstellung von Unternehmern ( Kategorie: Manager/Unternehmer/ selbständige Landwirte)

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Bemerkenswert ist auch, daß 69 Prozent der Unternehmer die Meinung haben:  „zu großer Reichtum einiger weniger führt zu Problemen in der Gesellschaft“

 

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Brexit: „So go before you wreck everything“

 

Nicht dass man sich den Brexit wünschen würde, aber Michel Rocard hat schon vor zwei Jahren gemeint, dass das ewige herumgemosere der Briten ein Ende haben muss. Eine ziemliche Abrechnung mit der britischen Politik was Europa betrifft hat   Rocard 2014 publiziert.

„So go before you wreck everything.

There was a time when being British was synonymous with elegance. Let us rebuild Europe. Regain your elegance and you will regain our esteem.“

 

Eine ausgezeichnete Beschreibung der Stimmungslage auf der Insel liefert Robert Rotifer in der Wiener Zeitung. Er zeigt die Absurditäten und Widersprüche der Debatte.

Kurt Bayer berschreibt die möglichen Auswirkungen eines Brexit auf Österreich und was getan werden sollte. Er meint dass die wirtschaftlichen Auswirkungen vernachlässigter sind, die politischen jedoch erheblich sein können: ein antieuropäischer Rechtsruck.

Im übrigen hoffe ich, dass England Europameister wird.

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Zur Einstimmung auf die EM: Die besten Elfer #Euro2016

Top 5 Weirdest

Best Penalties

Besonders schön wie Panenka Sepp Maier  versetzt und auch die Aktion von Cruyf

Messi

Pirlo

Zidane

 

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Wer wird Europameister? (aktualisiert) #Euro 2016

Einige Prognosen auf wissenschaftlicher Basis.

 

  1. TU Wien: Österreich wird Gruppensieger, Deutschland kommt als Gruppenzweiter ins Achtelfinale

Hardy Hanappi von der TU Wien berechnet nur die erste Runde. ( Fürs erste Spiel hat er schon einmal recht gehabt) . Weitere Berechnung für die KO-Phase werden kommen

 

 

2. DIW: Deutschland

Die Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Wirtschaft prognostizieren eine Finale Spanien gegen Deutschland mit Sieger Deutschland.

Sie gehen dabei mit der Methode „Geld gewinnt“ vor und sagen, je höher der Marktwert einer Mannschaft ist, dest größer sind die Chancen. Das macht Sinn und führt zu guten Ergebnissen was die letzen Vier betrifft. Bei der Prognose des Siegers bleiben Gottseidank immer noch Unwägbarkeiten.

 

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Hier der Marktwert der Mannschaften

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Hier dei FIFA Rangliste

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Und hier die Korrelation Marktwert und FIFA Rangliste

 

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Quelle: http://makronom.de/fussball-em-2016-setzt-sich-der-markt-durch-15399

 

3. Predict Wise: Frankreich

Predict Wise sieht für Frankreich die besten Chancen, dann kommt Deutschland.

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Rechnungshof: Weiter daneben kann man nicht liegen

Stimmen Sie mir nicht zu früh zu

Die Diskussionen um die neue Rechnungshof-Präsidentschaft wurde, sagen viele, zur Farce und meinen damit die Regierung.

 

Betroffen fühlen sollte sich aber, so meine ich, das gesamten politisches System, vor allem auch die Medien (alt und neu), die Zivilgesellschaft, (Zivilgesellschaft= moralisch leicht erregbarer bildungsnaher Mittelstand ( Rudolf Burger)) , und auch Teile der moralisierenden Linken

 

Beginnen wir chronologisch:

  1. Die VP wirft Griss in die Diskussion, aus einleuchtenden Gründen: sie will verhindern, dass Griss eine eigene Bewegung (der Begriff Partei kommt ihr nicht über die Lippen, pfui) initiiert und der ÖVP Stimmen und politisches Kapital kostet.
  2. Kern würde dem nähertreten wollen. Die Chance, die ÖVP mittelfristig zu schwächen wird dabei geringer bewertet als die Bestellung des RH-Präsidenten ohne gröberen Wellengang über die Bühne zu bringen.
  3. Griss tritt nicht an
  4. Lopatka nominiert FP-Berger und VP-Kraker und brüskiert die SP
  5. Die SP nominiert eine parteiunabhängige Kandidatin und SP-Steger.
  6. Steger findet keine Mehrheit
  7. Die SP könnte sich auf Steger versteifen mit der Folge einer schwarz -blauen Mehrheit für FP Berger
  8. Die SP will das verhindern und wählt die VP- Kandidatin als zweitbeste Lösung, wie sie sagt. Andere Alternative: wie erwähnt auf Steger bestehen, verlieren und Neuwahlen. Sehr unpopulär. Untergang fix.
  9. Die Oppositionsparteien (nicht alle z.B. Pilz hat da einen besseren Durchblick), die aufgeregte Mittelschicht, die Medien ( nicht alle, Georg Renner hat klaren Blick bewiesen) sind empört und prügelt Kern. Allen voran die Kronenzeitung, die um die Boulevardförderung bangt.
  10. Auf die Frage, was es für einen andere Alternative als SchwarzBlauBerger gegeben hätte bleibt die Antwort schuldig. Viele beherrschen das Zählen von möglichen Stimmen im Parlament nicht.
  11. Solange die ÖVP immer noch die FP als Druckmittel hat, ist die SPÖ erpressbar. Irgendeinmal wird ihr die Geduld reißen und sie wird in die Opposition gehen (müssen). Oder die FPÖ gibt das Geschmuse mit dem rechtsextremen Rand auf und schwenkt vom unternehmensnahen Kurs (den sie fährt, auch wenn sie anders redet) ab.
  12. Gottseidank beginnt die EM

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