Banken: 13,8 Mrd. Euro Zuschüsse, 12,4 Mrd. Gewinne

Die Finanzkrise, von der Finanzindustrie versuracht, ist auch nicht spurlos an den österreichischen Banken vorbeigegangen. Die Situation ist allerdings nicht ausschließlich durch die Lage auf den internationalen Finanzmärkten fremdbestimmt, sie ist auch hausgemacht, unter anderem durch das Engagement im Osten.

Der Industrielle Hannes Androsch meint: Wir sind zu sehr im Osten und Südosten engagiert, in einem gefährlichen Ausmaß.“

 

13,8 Milliarden Euro Zuschüsse netto seit 2009

Nach der Finanzkrise 2009 musste der österreichische Staat in einem nicht unerheblichen Maß einspringen um das Bankensystem nicht kollabieren zu lassen.

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Über die Aussage von Erste-Bank-Direktor Andreas Treichel, „dass das Bankepaket ein tolles Einnahmenprogramm für den Staat sei“, kann man sich daher nur wundern.

 

Es war eher ein tolles Einnahmeprogramm für die Aktionäre.

„Die Aktionäre und Eigentümer haben nichts zur Rettung der Banken beigetragen, im Gegenteil: Sie profitierten von den Kursgewinnen“ stellt die AK fest. Die Steigerung des Marktwertes der Ersten im ersten halben Jahr nach der Kapitalspritze hat 6,9 Mrd. Euro betragen ( AK-Pressekonferenz 22.6.2012).

Auf die riskanten Osteuropabeteiligungen hat das aber offenbar keine Einfluss gehabt.

„Am Verhalten der Banken hat das kaum was geändert: Selbst mit Staatsgeldern werden in Osteuropa neue Risken eingegangen“ , so AK-Direktor Muhm. Gemeint ist damit unter anderem de Kauf der Polbank durch die Raiffeisen International (RBI).

12,4 Milliarden Gewinne seit 2009

Seit 2000 haben die österreichischen Banken insgesamt 38,5 Mrd. Euro Gewinn gemacht. Und selbst in der schwierigeren Zeit nach der Finanzkrise, also von 2008 bis heute (2015) haben die österreichischen Banken insgesamt 14,3 Mrd. Euro an Gewinnen gemacht. Im Jahr 2015 machten die Gewinne 3,7 Mrd. Euro aus.

 

Jahresüberschüsse der Österreichischen Banken (Quelle: ÖNB)

 

2000 2.324,38
2001 2.688,16
2002 1.439,10
2003 2.146,22
2004 2.981,10
2005 3.879,15
2006 3.957,49
2007 4.786,87
2008 1.885,20
2009 43,24
2010 4.207,05
2011 1.194,63
2012 3.213,90
2013 −935,19
2014 −6.692,12
2015 3.720,10
 

 

 

Banken drehen an der Gebührenschraube

 Trotzdem beginnen die österreichischen Banken an der Gebührenschraube zu drehen.

Das laufende Bankenmonitoring der Arbeiterkammer von 12 Banken in Wien (Erhebungszeitpunkt Nov 2015 im Vergleich zu November 2014) über die Preise von 53 Dienstleistungen (Zahlungsverkehr, Sparen, Kredit, Wertpapiere) zeigt, dass drei Viertel der 12 Banken Preis- bzw. Entgelterhöhungen vorgenommen haben. Nur 3 Banken haben keine Preis- bzw. Entgelterhöhungen vorgenommen.

 

 

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