Bargeldverbot ist volkswirtschaftlicher Unsinn

Negativzinsen statt Vermögenssteuern und progressive Einkommenssteuern

 

Die wohl wichtigste „hidden agenda“ der Befürworter des Bargeldverbotes ist aber die Möglichkeit Negativzinsen wirksam durchzusetzen.

Für die Finanzwirtschaft wäre es natürlich eine herrliche Möglichkeit. Heute zahlen die Banken bei der EZB teilweise Negativzinsen. Dies auf die Kunden zu überwälzen, wäre der Wunsch der Banken. In einer bargeldlosen Welt hätten die Konsumenten und Konsumentinnen keine Chance sich solchen Überlegungen zu entziehen. Sie könnten das Geld dann nicht vom Konto abziehen und das Bargeld als solchen verwahren

Die Negativzinsen führen zu höheren Kosten bei den Geschäftsbanken, die sie zur Zeit nicht ganz so leicht an die Kunden weitergeben können.

 

Bargeldverbot ist Verminderung der Ersparnisse der kleineren und mittleren Haushalte

 

Die Volkswirtschaften der Industriestaaten, vor allem Europas, kranken daran, dass es zu wenig Nachfrage gibt.

Der Staat „spart“

Auf der einen Seite regiert die Politik als „Schwäbische Hausfrau“, mit einer Austeritätspolitik die keine Staatsschulden zulässt. In Europa besonders verbreitet und auch in Österreich von einigen Parteien zelebriert. Die Staaten dürfen also keine Schulden machen.

 

Die Unternehmen „sparen“

Die Unternehmen nehmen auf der anderen Seite kaum Kredite auf um zu Investieren. Die Gewinne werden nicht in Maschinen oder ähnliches investiert, nein, die Unternehmen kaufen Anleihen, Aktion, sie beginnen zu spekulieren.

Die Haushalte sparen

Und die Haushalte sparen auch und geben das Geld nicht aus. Das kann sich dann nicht ausgehen.

 

Die Alternative um den Sparüberhang abzubauen, durch höhere Einkommenssteuern für die obersten Einkommensschichten oder überhaut durch wirksame Vermögenssteuern, die will man nicht ins Auge fassen, das würde ja die Reichen treffen. Dann schon lieber Negativzinsen, die vor allem die politisch schwächere unteren und mittleren privaten Haushalte trifft.

Daher Negativzinsen, um die Sparer dazu bringen ihr Geld nicht zu sparen, sondern auszugeben. Das geht aber nur, wenn sie nicht die Möglichkeit haben das Geld bar aufzuheben. „Die Zentralbanken könnten auf diese Weise leicht er Negativzinsen durchsetzen“ sagt Rogoff.

 

Was Vergessen wird (absichtlich)

Um die bargeldlose Welt für die Konsumente sicher zu machen muss es aber Insolvenzsicherheit geben (Rogoff:„ohne Bargeld hätten die Bürger ja nur noch das konkursgefährdete Bankengeld zur Verfügung“) und diese institutionell abgesichert werden, etwa „durch eine staatlich garantierte Bank, die nur im Zahlungsverkehr und den unmittelbar damit zusammenhängenden Bankdienstleistungen tätig ist“ und natürlich auf ein Recht auf ein Konto bei der Zentralbank.

 

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Eingeordnet unter Ökonomie, Banken, Politik, Verbraucherpolitik

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