Monatsarchiv: März 2016

Das Genie Cruyff

Johan Cruyff ist tot

Eine hervorragende Würdigung von Matin Blumenau

„Vergesst die selbst- und medienernannten Fußball-Götter.

Vergesst Beckenbauer, das rückgratlose und spracharme Fähnchen im Wind, den die Bluffer und Blender der Branche (von Zürich bis Herzogenaurach) seit fünfzig Jahren veranstalten, um ihre über den Sport ergaunerten Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Vergesst Maradona, den gebotoxten Junkie mit der Lizenz zum Verfolgungswahn und Selbstzerstörung.

Vergesst Pele, den gefühlten Weltsportminister mit dem schwafeligen Hang zur langweiligen Selbstreferenz.

Vergesst selbstgefällige Abgreifer wie Michel Platini, glühende loonies wie Eric Cantona oder einfache Gemüter wie Marco Van Basten oder Gerd Müller.

Vergesst überschätzte Regional-Größen wie Bobby Charlton, Bobby Moore, Eusebio oder Garrincha.“

 

Cruyff bei der Arbeit

 

Einer der frühen wenn auch nicht der erste (siehe hier und hier bei Johann Skocek) Pass-Elfmeter.

Das gelungene Plagiat von Messi hier.

 

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Eingeordnet unter Geschichte, Sport

Friday Music: Otis Redding

Popmuseum

Otis Redding

1966, for 50 Jahren:

Satisfaction

 

I’ve Been Loving You Too Long

 

Tenderness

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Eingeordnet unter Geschichte, Musik

Friday Music: Johnny B. Good

Popmuseum

Johnny B. Good von Chuck Berry

Collins Kids

Chuck Berry

Chuck Berry mit Lennon jr. und Richards

Chuck Berry mit Lennon sr.

 

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Eingeordnet unter Musik

„Abgesandeltes“ Österreich wächst stärker als Weltmeister Deutschland

Markus Marterbauer von der Arbeiterkammer Wien über Standortrankings und „abgesandeltes Österreich“:

Standortrankings

„Diese Standortrankings beruhen im Wesentlichen auf nicht repräsentativen Befragungen depressiver ManagerInnen und sind wissenschaftlich weitgehend wertlos. Regelmäßig werden dort die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und deren angebliche Ursache, die erfolgreichen Hartz-Reformen, gelobt.“

„Abgesandeltes“ Österreich

“ Der Index der Industrieproduktion stieg beim „Weltmeister“ Deutschland 2015 um 0,9 % gegenüber dem Vorjahr, im „abgesandelten“ Österreich um 1,7 %, doppelt so rasch also. Doch die Wahrscheinlichkeit ist ohnehin gering, dass sich Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer, die diversen von Millionären finanzierten neoliberalen Think Tanks und die ihnen angeschlossenen Parteien ihre ideologische Scheinwelt, in der Sozialabbau das einzig selig machende Instrument der Wirtschaftspolitik darstellt, durch harte Fakten stören lassen.“

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Quelle: Konjunktur: Was jetzt zu tun wäre – blog.arbeit-wirtschaft.at

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Eingeordnet unter Ökonomie, Politik, Zahlen und Fakten

Bargeld ist nicht teuer

Die wirklichen Kosten von Zahlungssystemen

Pro Transaktion sind die Kosten gleich

Als Vorteile von bargeldlosen Zahlungssystemen wird häufig genannt, sie seien kostengünstiger als Bargeld.

„Bargeld ist teuer und ineffizient“, so der Chef der Deutschen Bank Cryan.

Eine Studie *) für Österreich versucht die volkswirtschaftlichen Kosten des Bargeldes und des bargeldlosen Zahlungsverkehrs zu beziffern. Das Bargeld kosten 1,166 Mrd. Euro pro Jahr, die Kosten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs ( Maestro Karte) werden mit 148 Mio. Euro beziffert.

 

Die volkswirtschaftlichen Kosten des Bargelds in Österreich imJahr 2013 (ohne Konsumenten):

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Die volkswirtschaftlichen Kosten des bargeldlosen Systems (Maestro-Debitkartensystems) in Österreich imJahr 2013 (ohne Konsumenten)

 

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Die Kosten für das Bargeld sind deshalb so hoch, weil auch die Verwendung sehr hoch ist: 2,9 Mrd. Transaktionen gibt es mit Bargeld, bargeldlos lediglich 378 Mio.

 

 

Pro Transaktion sind aber die Kosten gleich, nämlich ca. 0,4 Euro.

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Die volkswirtschaftlichen Kosten pro Transaktion in Österreich 2013

Bei Transaktionen unter 10 Euro ist Bargeld günstiger, über 10 Euro sind bargeldlose Zahlungen günstiger.

Ob diese Situation auch in Zukunft so bleiben wird, ist schwer zu sagen. Denkbar ist eine Zunahme der Kosten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs für Datensicherheit. Bei einer gänzlichen Abschaffung des Bargeldes ist auch zu erwarten, daß angesichts des dann herrschenden Monopols von bargeldlosen Systemen die Kosten noch steigen werden (Gebühren für Zahlungen und technische Ausrüstungen).

*) Hannes Abele, Guido Schäfer: Die Kosten des Bargelds in Österreich, Wien 2015

 

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Eingeordnet unter Ökonomie, Banken, Verbraucherpolitik

Bargeldverbot ist volkswirtschaftlicher Unsinn

Negativzinsen statt Vermögenssteuern und progressive Einkommenssteuern

 

Die wohl wichtigste „hidden agenda“ der Befürworter des Bargeldverbotes ist aber die Möglichkeit Negativzinsen wirksam durchzusetzen.

Für die Finanzwirtschaft wäre es natürlich eine herrliche Möglichkeit. Heute zahlen die Banken bei der EZB teilweise Negativzinsen. Dies auf die Kunden zu überwälzen, wäre der Wunsch der Banken. In einer bargeldlosen Welt hätten die Konsumenten und Konsumentinnen keine Chance sich solchen Überlegungen zu entziehen. Sie könnten das Geld dann nicht vom Konto abziehen und das Bargeld als solchen verwahren

Die Negativzinsen führen zu höheren Kosten bei den Geschäftsbanken, die sie zur Zeit nicht ganz so leicht an die Kunden weitergeben können.

 

Bargeldverbot ist Verminderung der Ersparnisse der kleineren und mittleren Haushalte

 

Die Volkswirtschaften der Industriestaaten, vor allem Europas, kranken daran, dass es zu wenig Nachfrage gibt.

Der Staat „spart“

Auf der einen Seite regiert die Politik als „Schwäbische Hausfrau“, mit einer Austeritätspolitik die keine Staatsschulden zulässt. In Europa besonders verbreitet und auch in Österreich von einigen Parteien zelebriert. Die Staaten dürfen also keine Schulden machen.

 

Die Unternehmen „sparen“

Die Unternehmen nehmen auf der anderen Seite kaum Kredite auf um zu Investieren. Die Gewinne werden nicht in Maschinen oder ähnliches investiert, nein, die Unternehmen kaufen Anleihen, Aktion, sie beginnen zu spekulieren.

Die Haushalte sparen

Und die Haushalte sparen auch und geben das Geld nicht aus. Das kann sich dann nicht ausgehen.

 

Die Alternative um den Sparüberhang abzubauen, durch höhere Einkommenssteuern für die obersten Einkommensschichten oder überhaut durch wirksame Vermögenssteuern, die will man nicht ins Auge fassen, das würde ja die Reichen treffen. Dann schon lieber Negativzinsen, die vor allem die politisch schwächere unteren und mittleren privaten Haushalte trifft.

Daher Negativzinsen, um die Sparer dazu bringen ihr Geld nicht zu sparen, sondern auszugeben. Das geht aber nur, wenn sie nicht die Möglichkeit haben das Geld bar aufzuheben. „Die Zentralbanken könnten auf diese Weise leicht er Negativzinsen durchsetzen“ sagt Rogoff.

 

Was Vergessen wird (absichtlich)

Um die bargeldlose Welt für die Konsumente sicher zu machen muss es aber Insolvenzsicherheit geben (Rogoff:„ohne Bargeld hätten die Bürger ja nur noch das konkursgefährdete Bankengeld zur Verfügung“) und diese institutionell abgesichert werden, etwa „durch eine staatlich garantierte Bank, die nur im Zahlungsverkehr und den unmittelbar damit zusammenhängenden Bankdienstleistungen tätig ist“ und natürlich auf ein Recht auf ein Konto bei der Zentralbank.

 

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Eingeordnet unter Ökonomie, Banken, Politik, Verbraucherpolitik