Internationale Währungsfonds: Pensionsausgaben bleiben stabil

Anmerkungen zur Pensionsdebatte (5)

Die Pensionsdebatte, ein Fall für Pisa?

 Internationale Währungsfonds: Pensionsausgaben bleiben stabil

 

In regelmäßigen Abständen nimmt sich der Internationale Währungsfonds (IWF) Österreichs Wirtschaft unter die Lupe. Die Ergebnisse: geklagt wird über zu viel Staat, über zu hohe Sozialausgaben. Und meist über ein angeblich überbordendes Pensionssystem.

Vom Redakteur der „Presse“ wird eines besonders hervorgehoben.

„Die Notwendigkeit einer raschen Rentenreform: Steigt die Lebenserwartung der Österreicher erwartungsgemäß um zwei Jahre, bedeute das eine Verdopplung der Pensionskosten bis 2060.“

Doch im Bericht des IWF steht es anders

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IWF, Seite 18

Verwechselt (absichtlich oder nicht, das mag dahingestellt bleiben) wird offenbar das Wachstum der Pensionsausgaben in absoluten Werten mit dem relativen Anteil am BIP. Es mag schon sein, dass sich die Pensionskosten verdoppeln. Ob wir uns das leisten können hängt aber davon ab wie die Relation zum BIP ausschaut. Und die bleibt konstant, sihe die Grafik oben.

Die Rechenleistung der Österreicher scheint, wie auch Pisa bemerkt, im Argen zu liegen.

 

Was steht sonst noch im IWF-Report?

 

Da ist einmal das Lamento über den zu hohen Staatsanteil.

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Österreich liegt aber laut IWF hinter den sonst so gerühmten „Reformstaaten“ wie Schweden, Dänemark, Finnland.

Und die Steuerlast:

Da hat ja der IWF recht. Arbeit ist in Österreich zu stark steuerlich belastet. Zwar wird die Steuerreform eine Entlastung bringen aber die Ungleichverteilung zwischen Arbeit und Kapital bzw. Vermögen ist evident.

„From an international point of view, labor taxes are very high in Austria (the second highest in the EU-28). S 4 ff

While the effective tax rate on labor has remained broadly unchanged since 2000 in the OECD ACA, it has increased in Austria. The share of wage-related taxes in GDP has remained roughly unchanged despite a decline in the labor share of GDP, which can be attributed mainly to a significant rise in revenues from withholding tax on employees (wage tax).

The tax reform adopted in July 2015 will lower the share of labor tax revenue

Taxes on capital and wealth are below average. Revenues from these taxes (that include taxes on business income, taxes on capital and investment income and taxes on property and wealth) are rather low in Austria compared to the OECD ACA and European comparators .

Within these, revenues from taxes on property and wealth are especially low, in part due to numerous tax exemptions. Austria lacks an inheritance tax, and wealth brackets are not scaled. Property and rent taxes are practically non-existent.“

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