Hartz IV – ein gutes Modell zur Verarmung

Hartz IV hat vor allem zu zwei Dingen beigetragen:

„1) Dass Deutschland die höchste Armutsgefährdungsquote unter Arbeitslosen in der EU hat: 69% der Arbeitslosen haben ein Einkommen unter der Armutsschwelle (EU-SILC 2013). Alle anderen EU-Länder erzielen hier besser Werte, Österreich lag bei 45%.

2) Zudem hat es über geförderte Ein-Eurojobs den Niedriglohnanteil in Deutschland nach oben getrieben: Mit 20,9% zählt er zu den höchsten in der EU. (vgl. Übersicht 39, S. 118 im Arbeitsmarktmonitor von AK Wien und WIFO)“

Josef Wallner von der Arbeiterkammer Wien:

„Das eigentliche Ziel, die Langzeitarbeitslosigkeit zu beseitigen, ist dagegen gründlich misslungen: Mit 45,3% Langzeitarbeitslosenanteil steht Deutschland mit seinem Hartz IV Modell deutlich schlechter da als Österreich mit (auch zu hohen) 25,4% (vgl. Arbeitsmarktmonitor, S. 110).

Wer Hartz IV als Vorbild lobt, ist entweder fehlgeleitet oder hat als Priorität den Sozialabbau im Sinn, nicht den Abbau von Arbeitslosigkeit.“

Bildschirmfoto 2015-07-31 um 10.37.05

 

2 Kommentare

Eingeordnet unter Ökonomie, Gerechtigkeit, Politik, Zahlen und Fakten

2 Antworten zu “Hartz IV – ein gutes Modell zur Verarmung

  1. Bernhard Schwarz

    Leute, die zu komplexen Themen andere Meinungen haben, von vornherein als „fehlgeleitet“ zu bezeichnen, oder sie als Förderer des Sozialabbaus zu diffamieren, halte ich für ansatzwese totalitär, zumindest aber für arrogant.
    Hartz IV mag problematische Seiten haben, aber der Grundgedanke, die Partizipation Arbeitsloser an der Arbeitswelt zu fördern (wenn auch nur teilweise), ist meiner Ansicht nach positiv. Und die Arbeitslosigkeit sinkt doch in Deutschland, während sie in Österreich steigt. Oder?
    So, und jetzt könnt ihr mich bei der politisch korrekten Meinungspolizei anzeigen.

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  2. Ob die Maßnahmen von Hartz 4 in Deutschland dazu beigetragen haben, dass die Arbeitslosigkeit In Deutschland mittlerweile geringer als in Österreich ist, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten.
    Deutschland hat schon vor Hartz 4, das erst ab 2005 seine Wirkung entfalten konnte, die Löhne nicht im Gleichschritt mit der Arbeitsproduktivität wachsen lassen. Der Nachfrageausfall hatte hohe Arbeitslosigkeit zur folge. Seit 2006 ist in Deutschland eine Entspannung im Lohnsektor zu beobachten. Das heißt die wieder steigende Reallöhne konnten Nachfrage schaffen und damit auch den Arbeitsmarkt entspannen. Siehe Bofinger http://www.boeckler.de/pdf/imk_10_mythen.pdf

    Bei einem Vergleich mit Österreich darf aber nicht die vollkommen unterschiedliche Ausgangssituation übersehen werden. Das Arbeitskräfteangebot ( 14 bis 64 Jährige) steigt in Österreich (+ 5,5% von 2000 bis 2013) und sinkt in Deutschland ( – 4,4% von 2000 bis 2013). Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und auf Arbeitslosikgkeit.

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