Griechenland: Die Schlafwandler #Grexit

Nun, die Ereignisse überschlagen sich, es kommen aber zunehmend neue Tatsachen zum Vorschein, die die Sorge über die geistige Verfassheit der „Schlafwandler“ berechtigt erscheinen lassen.

Der Schweizer Tagesanzeiger

„Die EU-Kommission prophezeite Griechenland damals für 2011 einen harmlosen BIP-Rückgang von 0,3 Prozent, gefolgt von robustem Wachstum. Der IWF war etwas pessimistischer und rechnete mit 2,6 Prozent BIP-Rückgang. Es kam anders. Athen ist es zwar gelungen, das Budgetdefizit von über 12 auf 2 Prozent zu drosseln – ein fiskalpolitisches Bremsmanöver, das in der Historie nahezu einmalig ist.

Insgesamt wurden in Griechenland 255’000 Staatsangestellte entlassen, wie im April 2014 von der EU-Kommission in ihrem Jahresbericht zu Griechenland festgestellt wurde

 

Bildschirmfoto 2015-07-03 um 08.51.15

Doch die Folgen waren fatal: Die massive Kürzung der Staatsausgaben und die Erhöhung der Steuern liessen das BIP seit 2008 rund 27 Prozent einbrechen, die Arbeitslosenrate erreichte fast 28 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit gut 50 Prozent.“

Mark Schieritz und der Zeit

„Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass Griechenland rund 50 Milliarden Euro zusätzlich an Hilfe und einen Schuldenschnitt benötigt – und das wenige Tage nachdem Deutschland und andere Euroländer das Angebot über Verhandlungen über einen solchen Schuldenschnitt aus einer von der Eurogruppe bereits erarbeiteten Vorlage herausgestrichen haben.“

Fabian Lindner in der Zeit

„Dass das vermeintlich sozial ausgewogene Wachstumsprogramm die Verelendung in Griechenland weiter ansteigen lässt, wird schlicht ignoriert. Die Lage in Europa muss sehr ernst sein, wenn die Eliten die Wahrheit einfach unter den Tisch fallen lassen.“

Und Norbetr Häring vom Handelsblatt

„Ein EU-Kommissionschef, der offen Lügen verbreitet, ein EU-Parlamentspräsident der offen bekennt, dass er nicht bereit ist, ein Volk frei seine Regierung wählen zu lassen, eine europäische Notenbank, die mit Euro-Entzug droht, wenn ihr ein Wahlergebnis nicht passt. Wer soll ein solches Monster noch wollen.“

In der Ukraine geht der Schuldenschnitt.

„Es geht doch, könnte man sagen. Schaltet der Internationale Währungsfonds (IWF) im Fall Griechenland in der Frage eines Schuldenschnitts auf stur, fordert er den im Fall der Ukraine. So wurde mit den Gläubigern am Sitz des IWF in Washington gerade vereinbart, in der kommenden Woche Verhandlungen ohne Vorbedingungen zu führen, denn der IWF drängt auf eine schnelle Einigung. Vitalij Lisovenko, der die ukrainische Verhandlungsdelegation anführte, hatte schon im Vorfeld gedroht, den Schuldendienst einzustellen, wenn das Treffen beim IWF scheitere.

Doch beim IWF ist man im Fall der Ukraine auch bei solchen Drohungen nachsichtig. Dabei soll es für private Geldgeber der Ukraine teuer werden, denn die sollen einen guten Teil ihrer Forderungen abschreiben. Sogar das im Frühjahr mit dem IWF vereinbarte Hilfsprogramm sieht das vor. Demnach erhält die Ukraine über die bisherigen Milliardenhilfen hinaus weiter 17,5 Milliarden US-Dollar vom IWF und dazu sollen weitere 7,5 Milliarden von anderen Geldgebern kommen. Eine Bedingung ist, dass Gläubiger ihrerseits auf etwa 15 Milliarden verzichten.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s