Abgesandelte Rankings: Lobbyismus im Nadelstreif

Mehr Willkür als Seriosität

„Jedes Jahr machen Wettbewerbs-Rankings Schlagzeilen und lösen politische Debatten um die Sicherung des Standortes aus. Der seriöse Nadelstreif der Organisationen, die Rankings durchführen, gemeinsam mit dem sportlichen Gewand der Länderlisten täuschen allzu leicht darüber hinweg, dass sie mehr von Willkür als von wissenschaftlicher Seriosität geprägt sind“ .

Miriam Rehm hat die methodische Fragwürdigkeit der meisten Wirtschaftsrankings untersucht.

„Die Rankings bestehen zu einem Gutteil (WEF 60%, IMD ein Drittel) aus Befragungen von ManagerInnen, die mit höchst undurchsichtigen Methoden durchgeführt werden. Zudem werden die ManagerInnen nur zu ihrem eigenen Land befragt. Die Bewertungen des Staatsapparates in Ruanda sind nicht direkt mit den Antworten auf die gleiche Frage von österreichischen ManagerInnen vergleichbar. Die erfragten Werte dürften daher nicht für Ländervergleiche verwendet werden.“

 

Josef Zuckerstätter: Casting-Ökonomie

„Dass Industrie- und Bankmanager ihre Interessen vertreten, gehört zu ihrem Job. Die Argumente aber, die sie zur Untermauerung ihrer Position heranziehen, sind, vorsichtig formuliert, diskussionswürdig. Denn damit begeben sich wesentliche Interessenvertreter der Österreichischen Industrie auf das Niveau der Ranglisten- und Casting-Ökonomie.“

Robert Stöger dazu: taktisch motiviert

„Man muss außerdem kein Anhänger von Verschwörungstheorien sein, um es für möglich zu halten, dass die Stellungnahmen einer derart kleinen Zahl an von der IV ausgewählter Befragten eher abgesprochen und taktisch motiviert als um ein objektives Bild der Lage bemüht sein könnten.“

 

 

 

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Eingeordnet unter Ökonomie, Politik

3 Antworten zu “Abgesandelte Rankings: Lobbyismus im Nadelstreif

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