Das Mittelmeer gegen die deutsche Übermacht

Eine griechische Regierung, deren wichtigster Gegenpol die deutsche Kanzlerin Merkel und der deutsch Finanzminister Schäuble ist, Merkl/Hitler Karikaturen auf Demonstrationen in Athen, oder zumindest die Karikaturen der „schwäbischen Hausfrau“, eine Linkspartei, die in Spanien in den Startlöchern steht. Es baut sich  in Europa ein Konflikt auf Mittelmeer gegen Deutschland (und Satelliten), der Norden gegen den Süden.

2013 hat der italienische Philosoph Giorgio Agamben die Idee eines südlichen Europa in der Zeitschrift Liberation (wieder) aufgegriffen. Agamben bezieht sich dabei auf den nicht unumstrittenen französisch-russischen Philosophen und hohen Beamten im französischen Wirtschaftsministerium Alexandre Kojeve. Er warnte 1945 in einem Memorandum den französischen Präsident De Gaulle vor einem Europa das von Deutschland wirtschaftlich und politisch dominiert wird. Kojeve empfiehlt ein „lateinisches Reich“, also ein Europa des Mittelmeeres.

„Kojève zufolge würde sich das protestantische Deutschland, das binnen kurzer Zeit die reichste und mächtigste Nation Europas werden sollte (was es auch tatsächlich geworden ist), unweigerlich von seiner außereuropäischen Bestimmung angezogen fühlen und den Formen des angelsächsischen Reichs zuwenden. Doch in diesem Fall blieben Frankreich und die lateinischen Nationen mehr oder weniger Fremdkörper, denen zwangsläufig nur eine Rolle als periphere Satelliten zugedacht würde.“

Die Alternative ist dann für Agamben, indem er auf Kojeve Bezug nimmt das „lateinische Reich“.

„Nicht nur ergibt es keinen Sinn, von einem Griechen oder einem Italiener verlangen zu wollen, dass er wie ein Deutscher lebt, doch selbst wenn das möglich wäre, würde es zum Verschwinden eines Kulturguts führen, das vor allem in einer Lebensform liegt.“

Nun wird sich das ökonomisch nicht ausgehen. Auch ist Griechenland nicht unbedingt ein lateinischer, katholischer Staat. Als „Kraftwerk der Gefühle“ dient der Gedanke allemal und wird damit die europäische politische Diskussion nicht erleichtern. Es sei denn der Norden Europas geht auf den Süden zu.

 

 

 

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Eingeordnet unter Ökonomie, Geschichte, Gesellschaft, Internationale Politik

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