Mythen über die Vermögenssteuer (6): Schnüffelsteuer

Einige Mythen über die Vermögenssteuern (6))

Das Thema Vermögenssteuer spielt im Wahlkampf, wie zu erwarten, eine Rolle. Dass in Österreich Arbeit, auch im internationalen Vergleich, zu hoch besteuert ist, hat sich schon  rumgesprochen. Über eine Vermögenssteuer sind jedoch  die vielfältigsten  Mythen im Umlauf. Hier ein Beitrag zur Aufklärung.

Mythos: Schnüffelsteuer

Niemand hat ein Interesse daran, dass Finanzbeamte alle Haushalte dieses Landes besuchen, um Hausrat und persönliche Gebrauchsgegenstände zu bewerten. Daher werden diese in der Regel von der Besteuerung ausgenommen. Das war etwa bei der in Österreich bis 1993 existierenden Vermögenssteuer der Fall und gilt auch in anderen Ländern, die eine funktionierende Vermögenssteuer haben, wie zum Beispiel in der Schweiz. Dort wird von den Steuerpflichtigen zu einem jährlichen Stichtag der Bruttovermögensstand angegeben. Aufgrund der periodischen Informationen sind die Steuerbehörden damit in der Lage, deren Plausibilität zu überprüfen. Wie dies heute schon etwa bei der Einkommenssteuer der Fall ist, reicht es damit aus, stichprobenartig vertiefende Prüfungen durchzuführen. Die Ermittlung der Bemessungsgrundlage für Vermögenssteuern und die Einhebung der Steuer ist somit ohne hohen Verwaltungsaufwand möglich.

Schnüffeleien bei den Armen sind OK

Bemerkenswert an der Debatte um die Erbschaftssteuer und Vermögenssteuer ist das Argument der “Schnüffelei”.

“Der Grad der Erfassung des Vermögens ist lückenhaft: Gold, Schmuck, Münzen, Antiquitäten, Kunstwerke sind kaum erfassbar, es drohen Verwaltungsaufwand und ‘Schnüffelei’”. (Industriellenvereinigung)

“VP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner wehrte sich … gegen eine ’Schnüffelsteuer’” (Die Presse, 30.8.2011)

Bei den Vermögenden geht das ja wirklich nicht.

Bei den Armen schon.

Man betrachte nur die Antragsformulare für Mindestsicherungsbeziehern und -bezieherinnen.

Beispiel für Niederösterreich und für Wien.

Martin Schürz hat in einem Beitrag zur Erbschaftssteuer dankenswerterweise darauf hingewiesen.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Ökonomie, Gerechtigkeit, Politik, Steuern, Verteilung

2 Antworten zu “Mythen über die Vermögenssteuer (6): Schnüffelsteuer

  1. tja

    vielleicht hilfreich beim Thema Vermögenssteuer
    Wo stehen Sie in der Vermögensverteilung?
    Wie würde sich eine Vermögenssteuer auf Sie auswirken?
    http://binichreich.at

    Gefällt mir

  2. Pingback: Mythen über die Vermögenssteuer (6): Schnüffelsteuer | glatzonline: politik, wirtschaft, kultur

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