Vermögenssteuer (5): Mythos Belastung der LeistungsträgerInnen

Einige Mythen über die Vermögenssteuern (5)

Das Thema Vermögenssteuer spielt im Wahlkampf, wie zu erwarten, eine Rolle. Dass in Österreich Arbeit, auch im internationalen Vergleich, zu hoch besteuert ist, hat sich schon  rumgesprochen. Über eine Vermögenssteuer sind jedoch  die vielfältigsten  Mythen im Umlauf. Hier ein Beitrag zur Aufklärung.

Mythos:Belastung der LeistungsträgerInnen

Nicht Vermögenssteuern, sondern Abgaben auf Arbeit bestrafen Leistung. Reichtum zu besitzen ist keine Leistung, ihn sich zu erarbeiten sehr wohl. Österreich schneidet aber bei der Leistungsgerechtigkeit des Steuersystems im europäischen Vergleich schlecht ab. Der Beitrag des Faktors Arbeit zum Gesamtaufkommen an Steuern und Abgaben war 2010, dem letzten Jahr mit verfügbaren Vergleichszahlen, in keinem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union so hoch wie in Österreich. Leistungsferne und leistungsfreie Einkünfte, also etwa Vermögenserträge, Schenkungen oder Erbschaften werden in Österreich dagegen nur geringfügig oder gar nicht steuerlich belastet – hier befindet sich Österreich unter den Schlusslichtern der Europäischen Union. So ist in kaum einem anderen EU-Mitgliedsstaat der Beitrag von leistungslosem Einkommen zum Steueraufkommen so niedrig wie in Österreich (Platz 24 von 27). Im EU-Schnitt machen vermögensbezogene Steuern 6,6% des gesamten Steueraufkommens aus, in Österreich sind es hingegen nur 2,3% (Eurostat 2012). Durch Massnahmen wie die Bankenabgabe hat der Anteil vermögensbezogener Steuern in Österreich zwar etwas zugenommen, es ist aber abzusehen, dass Österreich bei der Vermögensbesteuerung weiterhin deutlich unter dem europäischen Durchschnitt liegen wird.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Ökonomie, Gerechtigkeit, Steuern, Verteilung

Eine Antwort zu “Vermögenssteuer (5): Mythos Belastung der LeistungsträgerInnen

  1. tja

    Wo stehst du in der Vermögensverteilung? Wie würde sich eine Vermögenssteuer auf dich auswirken? binichreich.at

    Gefällt mir

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