Steuerhinterziehung, Einkommens- und Vermögensverteilung

Die Direktorin des WSI der Hans Böckler Stiftung, Brigitte Unger, setzt sich grossartig mit Verteilungspolitik und Steuerhinterziehung auseinander.

„Wenn man die Entwicklung der Steuern seit der Liberalisierung der Finanzmärkte in den 1980er Jahre verfolgt, sieht man, dass die Steuerpflichten sehr unterschiedlich verteilt wurden. Die Steuerbelastung von Arbeit und Kapital hat sich deutlich zu Lasten von Arbeit verschoben. So wurde die Körperschaftssteuer, die Steuer auf die Einkommen juristischer Personen,  de facto auf die Gewinne der Unternehmen, in allen OECD Ländern drastisch gesenkt
Während ein Grundsatz des fairen Steuersystems lautet, dass Einkommen – unabhängig aus welcher Quelle es stammt –  gleich besteuert werden soll, so wird Arbeit in unserem heutigen Steuersystem deutlich benachteiligt.

Eine steigende Steuerhinterziehung ist ein Zeichen einer ungleicher werdenden Einkommensverteilung. Die Gruppe, die hinterziehen kann, hat auch mehr verdient um noch mehr hinterziehen zu können. Außerdem zeigt sie eine ungleiche Behandlung verschiedener Gruppen. Wer gut verdient, kann auch einfacher hinterziehen. Stiftungskonstruktionen in Liechtenstein, Trustkonstruktionen in den Niederlanden und  in Luxemburg sind Wege, die einem Niedrigeinkommensbezieher nicht offen stehen.“

 

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Eingeordnet unter Ökonomie, Gerechtigkeit, Verteilung

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