Sind die Ratingagenturen am Ende?


Über die Meinungsfreiheit

“The story of the credit-rating agencies is the story of a colossal failure” , so der US-Abgeordnete Henry A.Waxman.

Die Ratingagenturen stehen schon seit einiger Zeit unter Beobachtung. Nicht zuletzt die „Irrtümer“ bei der Bewertung von Subprimeprodukten und die Auswirkungen der Ratings der europäischen Staaten hat dazu geführt.

Immer deutlicher werden auch die Hinweise, dass es sich bei Ratings um self-fulfilling prophecies handelt. Also vereinfacht gesagt, wenn ein Staat oder ein unternehmen schlecht bewertet wird, dann verschlechtern sich ihre Kreditkonditionen und damit ihre ökonomische Lage. Die Universität St.Gallen hat dies unlängst untersucht und festgestellt.

Bisher konnten sich die Agenturen gegen Schadenersatzforderungen freispielen und zwar mit dem Argument, dass das was sie tun unter freie Meinungsäusserung fällt. Und die ist in den USA durch den ersten Zusatzartikel zur Verfassung besonders geschützt. Die meisten Gerichtsverfahren sind bisher zu diesem Schluss gekommen. Nun gibt es aber ein New Yorker Gericht, das anderer Meinung ist. Zur juristischen Argumentation bietet ein Artikel von Theresa Nagy im Minnesonta Law Reviev einen guten Überblick.

Eines ist sicher, die Ratingagenturen werden Heerscharen von Anwälten ins Feld schicken um diesen Fall nicht zu verlieren. Wenn sie allerdings verlieren, ist jedoch ihr Geschäftsmodell ziemlich gefährdet.

Harald Glatz 

 

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Gerechtigkeit

Eine Antwort zu “Sind die Ratingagenturen am Ende?

  1. Pingback: Sind die Ratingagenturen am Ende? #Ratingagenturen | glatzonline: politik, wirtschaft, kultur