Die Krise der Ökonomen – für eine Erneuerung der Ökonomie

Die Krise  der Ökonomen, für eine Erneuerung der Ökonomie

Warum die Ökonomen (mehrheitlich immer noch eine Männergesellschaft) die Finanzkrise nicht vorhersagen konnten hat schon die Queen beschäftigt:

During a briefing by academics at the London School of Economics on the turmoil on the international markets the Queen asked: “Why did nobody notice it?”   Prof Garicano replied: “At every stage, someone was relying on somebody else and everyone thought they were doing the right thing.” The Queen described it as “awful”.

Im Anschluss daran haben sich zehn Ökonominnen und Ökonomen sich dazu geäussert.

„So where was the problem? Everyone seemed to be doing their own job properly on its own 

merit. And according to standard measures of success, they were often doing it well. The failure

was to see how collectively this added up to a series of interconnected imbalances over which

no single authority had jurisdiction. This, combined with the psychology of herding and the

mantra of financial and policy gurus, lead to a dangerous recipe. Individual risks may rightly

have been viewed as small, but the risk to the system as a whole was vast.“

Dass die etablierte Wirtschaftswissenschaft versagt hat ist unbestritten. Das Scheitern ist vor allem machtpolitisch verursacht. Die Mächtigen deer Welt, Reagen und Thatcher voran, aber auch Clinton, Blair und Schröder nicht auszunehmen ( wenn auch etwas gemildert) wollten nur bestimmte Aussagen hören. Und die mächtigen Think Tanks wollten, dass die Politik nur Bestimmtes zu hören bekommt. ( siehe auch Robert Misik).  Am Rande bemerkt: die hochgelobten (mit Nobelpreise bedachen) Modellbauer Robert Merton und Myron Scholes haben  versucht ihre ökonometrisches Modell auch in die Praxis umzusetzen und waren Partner bei der Firma Long-Term Capital Management. 1998 ging LTMC pleite. …

Und dann gabs noch die schweigende Masse der Professoren und Dozenten, die selbstverliebt und verliebt in ihre  Modelle mit ihrer Situation ganz zufrieden waren und an ihren Karrieren bastelten.

Es gab sie aber auch, diejenigen, die nicht mainstream waren, und es waren gar nicht so wenige, wie Gunther Tichy aktuell aufgelistet hat (Gunther Tichy, Could we have forseen the financial crisis ?, in: Erich Streissler, Gunther Tichy, How to Forecast Economic Developments During and After Crises, Wien 2012). Es gab Hyman Minsky, es gab Benoit Mandelbrot. Es gab und gibt Krugman und Stieglitz, mittlerweile durch Nobelpreise geadelt, Robert Shiller. In Deutschland Hickel, Horn, Armin Falk. Sebastian Dullien, Peter Bofinger, um nur einige zu nennen.Es gab und gibt in Österreich Rothschild, Tichy, Streissler,der international renomierte Ernst Fehr, Brigitte Unger, Stockhammer, Peter Rosner, es gab die Ökonomen und Ökonominnen in der Arbeiterkammer, im Wifo, in der Nationalbank, im Beigewum, im Kautskykreis (man möge mir verzeihen, wenn ich nicht alle nennen kann).

Jetzt formieren sich zunehmend Ökonomen, die mit der Entwicklung ihrer Profession nicht zufrieden  sind. Sie und treten für eine neue Wirtschaftswissenschaft ein.  Beispielsweise die Unterzeichner der Erklärung “ „Für eine Erneuerung der Ökonomie“.

Und das ist gut so, denn die Felderers scheinen  langsam wieder Oberhand zu gewinnen, als hätte es die Finanz-und Wirtschaftskrise nie gegeben.

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