Managergehälter und Gerechtigkeit

Die Managergehälter in den ATX Unternehmen 2011

Eine Analyse der Arbeiterkammer von 16 von 20 ATX Unternehmen zeigt, dass im Jahr 2011 62 % der Unternehmen beträchtliche Gewinnsteigerungen verbuchen durften, die Verluste der Erste Group und der Telekom Austria wirkte sich auf das Gesamtergebnis jedoch negativ aus ( – 30 %). Allerdings stiegen in 80 % der Unternehmen die Managergehälter.

Verdiente noch 2009 ein Manager in diesen Betrieben durchschnittlich (Median) das 35-fache eines Beschäftigten , machte der Median im Jahr 2011 bereits das 48-fache des Einkommens eines Beschäftigten aus. Die durchschnittliche Vergütung pro Kopf hat 2009 930.494 Euro ausgemacht, 2011 waren es bereits 1.301.070 ! Soweit die Zahlen – angesichts einer Wirtschafskrise und Angesichts Sparappellen.

Nun wird jegliche Kritik am Entlohnungssystem von Managern mit dem Argument immunisiert, das seien eben die Marktpreise, die Manager werden leistungsgerecht entlohnt. Und Sportler und Holywoodstars verdienen übrigens noch mehr. Vergleichbar ist das allerdings nicht ( wenn auch eine gewisse Obszönität auch bei diesen Einkommen feststellbar ist). Die Entgelte der Manager werden ja nicht vom Markt (oder zumindest nur von einem sehr beschränkten, unvollkommenen) festgelegt, sondern von einer kleinen In-group von Aufsichtsräten, oft hin und her wechselnd zwischen Management und Aufsichtsrat. Zum anderen gehen soche Entwicklung logischerweise und rechnerische auf Kosten der Einkommen der Beschäftigten und der Konsumenten der jeweiligen Produkte ( also Benzinpreis, Bankgebühren etc).

Dass , insbesondere in den USA, aber auch in Europa, die exorbitanten Managegehälter die Einkommensverteilung ins Ungleichgewicht bringt, ist zunehmen warnehmbar. Und Ungleichheit gefährdet nicht nur den sozialen Zusammenhalt, sie gefährdet auch die wirtschaftliche Stabilität ( sieh auch hier).

Die AK schliesst ihrer Analyse ein Massnahmenpaket an ( Begrenzung der steuerlichen Absetzbarkeit von Vorstandsbezügen, sozial bzw beschäftigungsrelevante Kriterien für die Bemessung der Bezüge, Einzelveröffentlichungen, gegen unangemessen hohe Abfindungen, keine Stock Options in Unternehmen mit Beteiligung durch die öffentliche Hand)s

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