Rekordgewinne der Ölmultis – Rekordpreise für Sprit

Benzin und Diesel ist so teuer  wie nie zuvor. Die Treibstoffpreise stiegen laut Statistik Austria im Jänner um 9% gegenüber Jänner 2011. Innerhalb eines Monats ( Dezember 2011- Jänner 2012) stieg der Preis von  Superbenzin um 2,1 Prozent!

Dabei war schon das Jahr 2011 das teuerste Jahr in der Geschichte der Spritpreise. Der Dieselpreis war um 20 Prozent höher als im Jahr zuvor,  Super war um 14 Prozent teuer. Die Mehrausgaben für die Autofahrer betrage nach Angaben der Arbeiterkammer bei Diesel beispielsweise 235 Euro pro Jahr.

Die Gewinne der Ölmultis stiegen laut AK von 2010 auf 2011 zwischen 9 % und 54 %.  Die heimische ÖMV konnte ihren Gewinn um 16 % auf 1,4 Milliarden Euro erhöhen.

So stiegen die Gewinne der Ölmultis von 2010 auf 2011

Unternehmen Gewinnanstieg 2010-2011 Gewinnplus in %
ExxonMobil 41,1 Mrd. US-Dollar plus 35 %
Shell 30,9 Mrd. US-Dollar plus 54 %
Chevron 26,9 Mrd. US-Dollar plus 42 %
BP 25,7 Mrd. US-Dollar*)
Total 17,1 Mrd. US-Dollar plus 22 %
ConocoPhillips 12,4 Mrd. US-Dollar plus 9 %
ENI 9,6 Mrd. US-Dollar plus 15 %
OMV 1,4 Mrd. US-Dollar plus 16 %

*) BP machte aufgrund der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2010 einen Verlust von 3,7 Mrd. US-Dollar.

Quelle: Arbeiterkammer

Als Argument für dies Preissteigerungen wird immer die unsichere politische Situation in den erdölproduzierenden Staaten genannt. Fakt ist aber auch, dass die Rohstoffmärkte und auch der Ölmarkt seit einigen Jahren verstärkt Spielfeld  von Spekulanten wurden. Durch den Einstieg von spekulativ orientierten Spielern der Finanzmärkte hat sich die Situation verschärft. In einer Studie, die Heiner Flassbeck für die Arbeiterkammer gemacht hat, ist diese Tendenz beschrieben (Langfassung hier). „Es gibt umfangreiche empirische Belege dafür, dass Finanzinvestoren die Rohstoffpreise beeinflussen“

Notwedig ist daher auf europäischer Ebene endlich wirksame Massnahmen zu setzten um die Spekulationen einzudämmen.

Aber auch in Österreich muss mehr getan werden und endlich einmal der österreichischen Treibstoffmarkt geauer untesucht werden. In Deutschland hat das Bundeskartellamt mit umfangreichen Untersuchungen (hier und hier) die Diskussions ins Laufen gebracht. „Der Markt wird von fünf großen Mineralölkonzernen gemeinsam beherrscht, die sich gegenseitig wenig Wettbewerb machen“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der „Rheinischen Post“

In Österreich ist bisher zu wenig geschehen.  Die grosse Marktmacht der Anbieter könnte auch in Österreich für die hohen Preise mitverantwortlich sein. Zuständig für solche Untersuchungen wäre die Wettbewerbsbehörde.

Harald Glatz