Private Pensionsvorsorge: hohe Kosten, magere Renditen, Intransparenz


Profitiert haben bei dieser sog. dritten Säule bisher die Versicherer und nicht die Versicherten. So der Tiroler AK Päsident Zangerl.

Jahrelang wurde die staatliche Pension in der Öffentlichkeit mies geredet, die Leute verunsichert und sie mehr oder weniger gedrängt sich privat abzusichern.Inzwischen gibt es 3,48 Millionen Er- und Ablebensversicherungen, 2,76 Millionen fondsgebundene Lebensersicherungen und 1,42 Millionen Verträge  der “ prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge“. Letzere war eine Idee des damaligen Finanzministers Grasser und hatte vor allem das Ziel die Wiener Börse zu fördern

Gegen eine private Altersvorsorge ist  grundsätzlich nichts zu sagen. Nur: man muss sie sich leisten können und die Produkte sollten kein Verlustgeschäft sein. Die AK Tirol hat nun in einer Sudie , die der VKI für sie durchgeführt hat eine Zusammenschau geliefert. Das Ergebnis: mangelhafte Bedarfsanalyse ( nur in 16 von 40 Fällen wurde nach schon bestehenden Vorsorgeprodukten gefragt), hohe Kosten, schmale Renditen.

Besonders bemerkenswert sind die hohen Nebenkosten, die in die Renditekalkulation nicht eingehen. bei der klassischen Lebensversicherung machen diese über 11 Prozent aus, bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen oftmals mehr als 15 %, und bei der Prämienbegünstigten Zukuftsovorsorge ist der Kostenanteil überhaupt schwer zu eruieren.

Bei einer privaten Pensionsvorsorge fallen erhebliche Kosten an. Das bleibt von Ihrer Prämie übrig:

Diese Kosten fallen an (in €) i.d. ersten 5 Jahren danach
monatliche Prämie 100 100
Versicherungssteuer -3,85 -3,85
Unterjährigkeitszuschlag -4 -4
Stückkosten -4 -4
Abschlusskosten einmalig -14,10
Abschlusskosten laufend -2,12 -2,12
Verwaltungskosten -1,21 -1,21
Sparanteil: das bleibt zur Veranlagung übrig 70,72 84,82

Quelle: Testmagazin KONSUMENT 3/2012

Am übersichtlichsten und auch als Alternative zu den privaten Vorsorgeprodukten ist die freiwillige Höherversicherung in der gesetzliche Pensionsversicherung. Die Nettorendite (inkl. Steuer) macht rund 3,5 % aus. davon kann man im privaten Bereich nur träumen.

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