Monatsarchiv: Februar 2012

Rekordgewinne der Ölmultis – Rekordpreise für Sprit

Benzin und Diesel ist so teuer  wie nie zuvor. Die Treibstoffpreise stiegen laut Statistik Austria im Jänner um 9% gegenüber Jänner 2011. Innerhalb eines Monats ( Dezember 2011- Jänner 2012) stieg der Preis von  Superbenzin um 2,1 Prozent!

Dabei war schon das Jahr 2011 das teuerste Jahr in der Geschichte der Spritpreise. Der Dieselpreis war um 20 Prozent höher als im Jahr zuvor,  Super war um 14 Prozent teuer. Die Mehrausgaben für die Autofahrer betrage nach Angaben der Arbeiterkammer bei Diesel beispielsweise 235 Euro pro Jahr.

Die Gewinne der Ölmultis stiegen laut AK von 2010 auf 2011 zwischen 9 % und 54 %.  Die heimische ÖMV konnte ihren Gewinn um 16 % auf 1,4 Milliarden Euro erhöhen.

So stiegen die Gewinne der Ölmultis von 2010 auf 2011

Unternehmen Gewinnanstieg 2010-2011 Gewinnplus in %
ExxonMobil 41,1 Mrd. US-Dollar plus 35 %
Shell 30,9 Mrd. US-Dollar plus 54 %
Chevron 26,9 Mrd. US-Dollar plus 42 %
BP 25,7 Mrd. US-Dollar*)
Total 17,1 Mrd. US-Dollar plus 22 %
ConocoPhillips 12,4 Mrd. US-Dollar plus 9 %
ENI 9,6 Mrd. US-Dollar plus 15 %
OMV 1,4 Mrd. US-Dollar plus 16 %

*) BP machte aufgrund der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2010 einen Verlust von 3,7 Mrd. US-Dollar.

Quelle: Arbeiterkammer

Als Argument für dies Preissteigerungen wird immer die unsichere politische Situation in den erdölproduzierenden Staaten genannt. Fakt ist aber auch, dass die Rohstoffmärkte und auch der Ölmarkt seit einigen Jahren verstärkt Spielfeld  von Spekulanten wurden. Durch den Einstieg von spekulativ orientierten Spielern der Finanzmärkte hat sich die Situation verschärft. In einer Studie, die Heiner Flassbeck für die Arbeiterkammer gemacht hat, ist diese Tendenz beschrieben (Langfassung hier). „Es gibt umfangreiche empirische Belege dafür, dass Finanzinvestoren die Rohstoffpreise beeinflussen“

Notwedig ist daher auf europäischer Ebene endlich wirksame Massnahmen zu setzten um die Spekulationen einzudämmen.

Aber auch in Österreich muss mehr getan werden und endlich einmal der österreichischen Treibstoffmarkt geauer untesucht werden. In Deutschland hat das Bundeskartellamt mit umfangreichen Untersuchungen (hier und hier) die Diskussions ins Laufen gebracht. „Der Markt wird von fünf großen Mineralölkonzernen gemeinsam beherrscht, die sich gegenseitig wenig Wettbewerb machen“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der „Rheinischen Post“

In Österreich ist bisher zu wenig geschehen.  Die grosse Marktmacht der Anbieter könnte auch in Österreich für die hohen Preise mitverantwortlich sein. Zuständig für solche Untersuchungen wäre die Wettbewerbsbehörde.

Harald Glatz

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Gerechtigkeit ist notwendig – Michael Sandels Vorlesungen

Seit 30 Jahren, seit der neoliberalen Wende, politisch initiiert durch Reagan und Thatcher, verändert sich die Verteilung der Einkommen und Vermögen in Richtung Ungleichkeit. Grund genug, um den politischen Diskurs über die Tagespolitik hinaus zu führen. Einer der wichtigsten aktuellen philosophischen Denker, die sich mit der Frage der Gerechtigkeit auseinandersetzen ist Michael Sandel. In seiner Vorlesung an der Harvard Universität spricht er die wichtisten Fragen von Gerechtigkeit, von Gleichheit und Ungleichheit an.

Hier der Teil seiner Vorlesung, der sich mit der Philosophie  des einflussreichsten Denkers der letzten Jahrzehnte zum Thema Gerechtigkeit, John Rawls, auseinandersetzt.

Die ganze Vorlesungsreihe findet man auf youtube.

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Private Pensionsvorsorge: hohe Kosten, magere Renditen, Intransparenz


Profitiert haben bei dieser sog. dritten Säule bisher die Versicherer und nicht die Versicherten. So der Tiroler AK Päsident Zangerl.

Jahrelang wurde die staatliche Pension in der Öffentlichkeit mies geredet, die Leute verunsichert und sie mehr oder weniger gedrängt sich privat abzusichern.Inzwischen gibt es 3,48 Millionen Er- und Ablebensversicherungen, 2,76 Millionen fondsgebundene Lebensersicherungen und 1,42 Millionen Verträge  der “ prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge“. Letzere war eine Idee des damaligen Finanzministers Grasser und hatte vor allem das Ziel die Wiener Börse zu fördern

Gegen eine private Altersvorsorge ist  grundsätzlich nichts zu sagen. Nur: man muss sie sich leisten können und die Produkte sollten kein Verlustgeschäft sein. Die AK Tirol hat nun in einer Sudie , die der VKI für sie durchgeführt hat eine Zusammenschau geliefert. Das Ergebnis: mangelhafte Bedarfsanalyse ( nur in 16 von 40 Fällen wurde nach schon bestehenden Vorsorgeprodukten gefragt), hohe Kosten, schmale Renditen.

Besonders bemerkenswert sind die hohen Nebenkosten, die in die Renditekalkulation nicht eingehen. bei der klassischen Lebensversicherung machen diese über 11 Prozent aus, bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen oftmals mehr als 15 %, und bei der Prämienbegünstigten Zukuftsovorsorge ist der Kostenanteil überhaupt schwer zu eruieren.

Bei einer privaten Pensionsvorsorge fallen erhebliche Kosten an. Das bleibt von Ihrer Prämie übrig:

Diese Kosten fallen an (in €) i.d. ersten 5 Jahren danach
monatliche Prämie 100 100
Versicherungssteuer -3,85 -3,85
Unterjährigkeitszuschlag -4 -4
Stückkosten -4 -4
Abschlusskosten einmalig -14,10
Abschlusskosten laufend -2,12 -2,12
Verwaltungskosten -1,21 -1,21
Sparanteil: das bleibt zur Veranlagung übrig 70,72 84,82

Quelle: Testmagazin KONSUMENT 3/2012

Am übersichtlichsten und auch als Alternative zu den privaten Vorsorgeprodukten ist die freiwillige Höherversicherung in der gesetzliche Pensionsversicherung. Die Nettorendite (inkl. Steuer) macht rund 3,5 % aus. davon kann man im privaten Bereich nur träumen.

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Telekom: Dividendenpolitik

So bemerkenswert die Bemühungen des Unternehmens sind für Politikerkinder Theateraufführungen zu sponsern oder einen Bus für die Band eines Politikerkindes aufzutereiben sind, falls dies stimmt, bemerkenswerter ist allemal noch wie das Unternehmen betriebswirtschaftlich gestioniert.

Und da ist laut Bilanzanalysen der AK Wien  bemerkenswertes festzustellen:

Dividendenausschüttungen

2009  332 Mio Euro

2010  332 Mio Euro

2011  332 Mio Euro

Besonderes Augenmerk verdient die Ausschüttungsquote ( ( im Verhältnis zum Jahresüberschuss)

2009  Ausschüttung trotz Verluste !!

2010  348,9 %  des Jahresüberschusses

2011 169,9 % des Jahresüberschusses

Bedient werden die Aktionäre, ausgehungert wird das Unternehmen.

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Private Rentenversicherungen: bescheidene Renditen

 

Private Rentenversicherungen bringen nur bescheidene Renditen, können sogar zum Minusgeschäft werden.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer Wien. Betrachtet man das Verhältniss der Prämienzahlungen zu dem monatlich garantierten Rentenauszahlungen (bis ans Lebensende) so zeigt sich:

Eine 30-jährige Frau erhält ( bei einer Prämienzahlung von 100 Euro pro Monat) eine Rendite zwischen 0,1 Prozent und 0,3 % ( je nach Versicherer).

Bei einem 35-Jährigen Mann ist die Rendite negativ ( zwischen – 1,2 Prozent und -1,6 Prozent, je nach Anbieter.

Ein wichtiger Grund für die mageren Renditen sind die Kosten, die zu berappen sind. Der Anteil des eingezahlten Geldes der dann letztlich investiert werden kann ( Sparanteil der Prämie) beträgt zu Beginn nur rund 70 Prozent, ab dem fünften Laufzeitjahr rund 85 Prozent.

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Sonja’s St.Valentines’s Day

Foto: Harald Glatz, iPhone, Hipstamatic

Und hier: the darker side of Valentine’s day

http://www.myalcaponemuseum.com/id27.htm

http://www.squidoo.com/valentines-day-history

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The Black Page

Ach, armer Yorick! ( I,74 ) (Laurence Sterne,“ Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“) Das Bild illustriert nicht eine Utopie, sondern den Tod des armen Spötters Yorick.  Mit dem Seufzer „Ach, armer Yorick!“ wird es lakonisch kommentiert ( R.Burger)

Blackpage

Laurence Sterne’s Black and Marble Pages

Foto: Harald Glatz, iPhone, Hipstamatic


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